Berlin - Die Bundesärztekammer und der Lehrerverband haben angesichts steigender Corona-Inzidenzen und der Delta-Variante mehr Schutzmaßnahmen an Schulen gefordert. Zur Verringerung der Infektionsdynamik und um Wechselunterricht zu vermeiden, müssten „tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn“ ermöglicht werden, sagte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgabe). „Die bisher in vielen Ländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche reichen bei weitem nicht aus“, warnte er.

Maskenpflicht soll für alle Altersstufen gelten

„Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung einen geregelten Schulbetrieb mit sozialen Kontakten“, zeigte sich der Ärztepräsident besorgt. Deshalb müssten in den Sommerferien Infektionsschutzmaßnahmen vorbereitet werden.

„Wir brauchen zum Schuljahresstart eine Phase mit besonderen erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen, unserer Ansicht nach eher für zwei Monate als für einen Monat“, sagte auch Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „In dieser Phase sollte eine vollständige Maskenpflicht auch während des Unterrichts für alle Altersstufen gelten“, fügte er hinzu. „Dies ist notwendig, um eine verstärkte Einschleppung der Deltavariante über ungeimpfte Kinder in die Schulen zu verhindern.“

Laut Robert-Koch-Institut steigt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell besonders bei 15- bis 34-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt der Wert aktuell bei 32. Zwar sind die schweren Krankheitsverläufe wesentlich seltener, die Impfquote ist allerdings auch deutlich geringer.