Weihnachten: Ärzte befürchten Verschlimmerung bei Versorgung von Kindern

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt davor, dass die „akute Krise“ noch bis Februar andauern könnte.

Experten befürchten, dass die Zahl der Infektionsfälle nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen in den kommenden Wochen noch weiter steigt.
Experten befürchten, dass die Zahl der Infektionsfälle nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen in den kommenden Wochen noch weiter steigt.dpa/Christoph Soeder

Die Probleme bei der medizinischen Versorgung von Kindern in Deutschland werden sich Ärztevertretern zufolge nicht kurzfristig auflösen, sondern könnten zunächst sogar schlimmer werden. „Im Moment beobachten wir, dass Infektionen mit dem RS-Virus zurück gehen, dafür kommen jetzt immer mehr Kinder mit Grippe und anderen Atemwegserkrankungen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe von Dienstag. „Durch die Personallage an den Feiertagen wird die Lage in Kliniken und Praxen gleichzeitig noch einmal angespannter sein als jetzt.“

Der Vorsitzendes des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte den Zeitungen, er gehe davon aus, „dass diese akute Krise in der Kindermedizin noch bis Februar andauert“. Die Zahl der Infektionsfälle werde nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen voraussichtlich in den kommenden Wochen noch weiter steigen.

Eine Schutzmaßnahme mindert das Ansteckungsrisiko

„Gleichzeitig geraten die Kinderkliniken über die Feiertage durch ausgedünnte Dienstpläne zusätzlich unter Druck“, fügte Montgomery hinzu. „Zumal dann, wenn viele niedergelassene Kinderärzte ihre Praxen in dieser Zeit schließen oder die Sprechstunden reduzieren.“

Wer sich und seine Kinder schützen wolle, solle dort, wo das Ansteckungsrisiko hoch ist, möglichst freiwillig Maske tragen, riet der Ärztefunktionär. Montgomery sprach sich zudem ausdrücklich gegen eine Abschaffung der Isolationspflicht als Antwort auf die Engpässe beim Personal im Gesundheitsbereich aus. „Corona-Infizierte dürfen wir nicht zur Arbeit gehen lassen. Das gilt besonders für das Gesundheitswesen“, sagte er.