AfD-Chefin Alice Weidel sieht Sahra Wagenknecht als Konkurrenz

Sahra Wagenknecht könnte möglicherweise eine neue Bewegung oder Partei gründen. Das sorgt nicht nur bei der Linken für Unruhe, sondern macht auch der AfD Sorgen.

AfD-Chefin Alice Weidel: „Frau Wagenknecht bekommt aus großen Teilen unseres Wählerumfeldes großen Zuspruch“.
AfD-Chefin Alice Weidel: „Frau Wagenknecht bekommt aus großen Teilen unseres Wählerumfeldes großen Zuspruch“.imago/Christian Spicker

Will Sahra Wagenknecht eine eigene Partei gründen? Zumindest spielt sie offen mit dem Gedanken. Und das macht nicht nur die Linke nervös, sondern offenbar auch die AfD. Deren Chefin Alice Weidel sieht Sahra Wagenknecht durchaus als Konkurrenz.

„Frau Wagenknecht bekommt aus großen Teilen unseres Wählerumfeldes großen Zuspruch“, sagte Weidel dem Nachrichtenportal T-Online. „Selbstverständlich ist da eine gewisse Konkurrenz entstanden, mit der wir uns auseinandersetzen müssen.“ Gerade in Ostdeutschland wäre eine Wagenknecht-Partei aus Sicht von Weidel ein Risiko: „Sie ist wahnsinnig populär und spricht besonders im Osten dieselben Wähler an wie wir: Jene, die die Folgen der Energiekrise besonders hart spüren, die genug haben vom linksgrünen Mainstream und dem Versagen der Regierung.“

Sahra Wagenknecht hatte ihre Partei provoziert, als sie im Bundestag davon sprach, Deutschland habe einen „Wirtschaftskrieg“ gegen Russland angezettelt. Es folgten mehrere Austritte aus der Linken wegen der Rede.

Aktuelle Umfrage: Wagenknecht bei AfD-Wählern direkt hinter Weidel

Erst kürzlich griff sie zudem in einer ihrer regelmäßigen Videobotschaften die Grünen scharf an und heizte damit die Spekulationen um eine mögliche Parteigründung erneut an: „Für mich sind die Grünen die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und gemessen an dem Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei, die wir aktuell im Bundestag haben“, sagte Wagenknecht. Bild TV zitierte die Linken-Politikerin zudem mit den Worten: „Ich wünsche mir, dass in Deutschland eine Partei entsteht, die die Politik der Regierung verändern kann.“ Sie fügte hinzu: „Aber es ist halt nicht so einfach, eine Partei zu gründen.“

Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung ist Wagenknecht derzeit die beliebteste Politikerin Deutschlands, beliebter als alle Minister der Ampel-Koalition. Nur Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat noch bessere Werte als sie. Und auch bei den AfD-Wählern kann die Linken-Politikerin punkten: Sie ist nach Alice Weidel die zweitbeliebteste Politikerin, noch vor AfD-Co-Chef Tino Chrupalla. 63 Prozent der AfD-Wähler fänden es laut der Umfrage zudem gut, wenn eine Partei mit Wagenknecht an der Spitze zur Bundestagswahl antreten würde.

Weidel kündigte deshalb Konsequenzen für ihre Partei an: „Wir als AfD müssen unser sozialpolitisches Profil weiter schärfen, gerade in dem Bereich starke Köpfe einsetzen und prominent machen.“