Seit Anfang Mai sind in Europa und Nordamerika mehrere Fälle von Affenpocken aufgetreten. Auch in Deutschland gibt es einen ersten Infizierten, wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Freitag in München mitteilte. Damit wächst die Sorge, dass sich die in Teilen Afrikas endemische Krankheit über den Kontinent hinaus ausbreiten könnte. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Affenpocken.

Was sind die Affenpocken?

Die Affenpocken sind eine Infektionskrankheit, die durch Viren von Tieren auf den Menschen übertragen wird. In Afrika wurden Affenpocken bei vielen verschiedenen Tieren nachgewiesen, vor allem bei Nagetieren und mehreren Affenarten. Auch von Mensch zu Mensch können die Viren weitergegeben werden, jedoch nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur begrenzt.

Die Symptome ähneln denen der Pocken. Dazu zählen Hautausschlag im Gesicht, an den Handflächen oder Fußsohlen, Schorf, Fieber, Muskelschmerzen und Schüttelfrost.

1970 wurden Affenpocken in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, erstmals beim Menschen festgestellt – in einer Region, in der die Pocken zwei Jahre zuvor ausgerottet worden waren. Seither verzeichnete die WHO Ausbrüche in insgesamt elf Ländern des Kontinents. Im Frühjahr 2003 wurden die ersten Fälle außerhalb Afrikas gemeldet, in den Vereinigten Staaten.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Durch den Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten kranker Tiere können sich Menschen mit dem Virus anstecken. Von Mensch zu Mensch wird das Virus durch Tröpfcheninfektion, Wunden oder kontaminierte Gegenstände übertragen.

Am Montag wies die WHO darauf hin, dass einige der kürzlich in Großbritannien bestätigten Fälle unter homosexuellen Männern aufgetreten seien. „Obwohl die derzeitige Häufung von Fällen bei Männern auftritt, die Sex mit Männern haben, ist es wahrscheinlich zu früh, um daraus Schlussfolgerungen über die Art der Übertragung zu ziehen“, sagte Michael Skinner, Virologe am Imperial College in London dem Science Media Center.

Wie gefährlich sind die Affenpocken?

In der Regel halten die Symptome zwei bis vier Wochen an und die Krankheit heilt von alleine aus. Schwere Fälle treten eher bei Kindern und gesundheitlich angeschlagenen Menschen auf. Auch die Menge an Viren, denen ein Patient ausgesetzt war, spielt eine Rolle für den Krankheitsverlauf. Die Sterblichkeitsrate bei registrierten Infektionsfällen schwankt je nach Virusstamm zwischen null und zehn Prozent.

Gibt es eine Therapie oder eine Impfung?

Es gibt keine spezielle Behandlung, aber die Pocken-Impfung hat sich auch gegen die Affenpocken zu 85 Prozent als wirksam erwiesen. Allerdings wird seit längerem nicht mehr gegen die Pocken geimpft, da die Krankheit seit über 40 Jahren ausgerottet ist.

„Die gute Nachricht ist, dass der Pocken-Impfstoff gut gegen Affenpocken wirkt“, sagte der Epidemiologe Eric Feigl-Ding dem Science Media Center. „Die schlechte Nachricht ist, dass die meisten Menschen unter 45 Jahren nicht gegen Pocken geimpft sind.“