Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am Samstagmorgen einen Tempel der Sikhs in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Er habe Explosionen und Schüsse aus dem Tempel gehört, sagte ein führender Vertreter der Religionsgemeinschaft, Gurnam Singh, der Nachrichtenagentur AFP.

Afghanistans Taliban-geführtes Innenministerium sagte am Nachmitag, dass das Gebiet nunmehr frei von Angreifern sei und die Situation „unter Kontrolle“. Der Einsatz sei beendet, sagte ein Sprecher. Nach ersten Informationen des Ministeriums starben zwei Menschen, sieben wurden verletzt. Bislang seien zudem die Leichen von zwei Angreifern gefunden worden.

Kabul: Autobombe explodiert an Sikh-Tempel

Früheren Angaben des Sprechers zufolge hatte eine Gruppe bewaffneter „Rebellen“ Handgranaten eingesetzt, bevor sie den Gurudwara betreten hatten, wodurch ein Feuer ausgebrochen sei. Sicherheitskräfte der Taliban hätten dann das Gebäude umstellt. Dem Sprecher zufolge hatten die Angreifer zuvor auch versucht, eine Autobombe in einer Menschenmenge hochgehen zu lassen, doch die Detonation sei verfrüht ausgelöst worden.

Sikhs sind im vorwiegend muslimischen Afghanistan eine kleine religiöse Minderheit. Heute leben in dem Land nur noch rund 200 Vertreter der monotheistischen Religion, in den 70er-Jahren waren es noch rund eine halbe Million.