In Afghanistan kämpfen Rettungskräfte um das Leben eines in einem Brunnenschacht festsitzenden Kindes. Der fünfjährige Junge war am Dienstag in dem abgelegenen Dorf Schokak in der südafghanischen Provinz Sabul in den 25 Meter tiefen ausgetrockneten Brunnenschacht gefallen, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Mit Bulldozern versuchten Rettungskräfte, einen Zugang zu dem in rund zehn Metern Tiefe festsitzenden kleinen Haidar zu graben.

Örtliche Behördenvertreter hatten das Alter des Jungen zunächst mit neun Jahren angegeben, Verwandte korrigierten dies später. Der Junge sei „bei guter Gesundheit“, erklärte ein Sprecher der Taliban-Regierung im Onlinedienst Twitter.

Haidar versuchte, beim Graben eines neuen Bohrlochs zu helfen

Haidar sei in den Brunnen gefallen, als er versuchte, den Erwachsenen beim Graben eines neuen Bohrlochs in dem von Dürre geplagten Dorf zu helfen, berichtete der Großvater des Jungen, Hadschi Abdul Hadi, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Junge war nach Behördenangaben bis auf den Grund des Schachts gefallen und konnte ein Stück nach oben gezogen werden, bevor er in rund zehn Metern Tiefe steckenblieb. Über einen an einem Seil befestigten Eimer wurde das Kind mit Essen und Wasser versorgt.

Fall erinnert an Schicksal des kleinen Rayan

Auf in Online-Netzwerken verbreiteten Videos war zu sehen, wie der kleine Haidar mit den Schultern gegen die Wand gedrückt in dem Brunnenschacht saß. In einem der Videos ist zu hören, wie der Vater dem Kind Mut zuspricht. „Geht es dir gut, mein Sohn? Sprich mit mir und weine nicht, wir arbeiten daran, dich herauszuholen“, sagt er.

Vertreter der Taliban-Regierung überwachten den Rettungseinsatz in dem rund 120 Kilometer nordöstlich von Kandahar gelegenen Dorf. Am Ort des Unglücks versammelten sich zudem hunderte Schaulustige.

Der Fall erinnert an den fünfjährigen Rayan, der Anfang Februar in Marokko in einen 32 Meter tiefen ausgetrockneten Brunnenschacht gestürzt war. Nach fünf Tagen konnte das Kind nur noch tot geborgen werden. Das Schicksal des kleinen Rayan hatte weltweit große Anteilnahme ausgelöst.