Ein Airbus A380 ist zum ersten Mal mit Biokerosin geflogen. Biokerosin besteht hauptsächlich aus altem Speiseöl und anderen Fettabfällen. Das Testflugzeug MSN 1 hob am vergangenen Freitag um 8.43 Uhr vom Flughafen Blagnac in Toulouse ab, teilte das Unternehmen Airbus mit. Angetrieben wurde eines der Triebwerke (ein Rolls-Royce-Trent-900) mit 100 Prozent nachhaltigem Kerosin. Es enthält weder Aromate noch Schwefel enthält. Die französische FirmasTotal Energies lieferte für den Testflug 27 Tonnen unvermischtes Biokerosin. Es wird auch als Sustainable Aviation Fuel (SAF) bezeichnet.

Hauptbestandteile des Kraftstoffes sind laut Airbus „Hydroprocessed Esters“ und „Fatty Acids“ (Hefa). „Für die Erzeugung von nachhaltigen Kraftstoffen auf Basis von Estern und Fettsäuren können alle Formen von nativem Fett oder Öl genutzt werden“, heißt es bei dem Berliner Verein Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V., kurz Aireg. Der Verein wurde 2011 in Berlin gegründet und setzt sich für die verstärkte Herstellung und Nutzung regenerativer Flugkraftstoffe in Deutschland ein. Auf der Internetseite der Aireg wird erklärt: „In einem ersten Schritt werden die Öle und Fette hydriert und anschließend ähnlich wie fossile Kraftstoffe raffiniert. Dieses Herstellungsverfahren ist bereits ausgereift und seit 2011 von der internationalen Standardisierungsbehörde ASTM zugelassen.“

Zwar wurde Hefa-Kerosin laut Aireg bereits in „tausenden Test- und Linienflügen eingesetzt“. Für den A380, das größte zivile Verkehrsflugzeug der Welt mit Platz für bis zu 853 Passagiere, war es aber der erste Flug mit Biokerosin. Derzeit sind alle Airbus-Flugzeuge für den Betrieb mit einer bis zu 50-prozentigen Mischung aus SAF und Kerosin zertifiziert. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will Airbus eine Zertifizierung für den Betrieb mit 100 Prozent SAF erlangen.

Alle Airbus-Flugzeuge sind derzeit für den Betrieb mit einer bis zu 50-prozentigen Mischung aus SAF und Kerosin zertifiziert. Ziel ist es, bis zum Ende dieses Jahrzehnts eine Zertifizierung für den Betrieb mit 100 Prozent SAF zu erreichen.