Aktion auf der Friedrichstraße: Anzeige gegen Berliner FDP-Chef Czaja

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja nutzt die Wiedereröffnung der Friedrichstraße für ein Wahlkampfvideo. Der Grünen-Sprecher zeigt ihn dafür bei der Polizei an.

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja  
FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja www.imago-images.de

Eine Wahlkampfaktion des FDP-Fraktionschefs Sebastian Czaja sorgt für Diskussionen. Der Sprecher der Berliner Grünen hat Anzeige bei der Polizei Berlin gegen den Politiker erstattet.

Ein zwei Jahre gesperrter Teilabschnitt der Friedrichstraße war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wieder für den Autoverkehr freigegeben worden. Czaja räumte dazu um 0 Uhr Absperrungen beiseite, ließ sich dabei filmen und stellte ein Video von der Aktion auf Instagram. Journalisten werfen Czaja jetzt auf Twitter vor, die Absperrungen selbst aufgestellt zu haben, um sie dann demonstrativ beiseite zu räumen. 

Das eigenhändige Aufstellen und Abräumen von Warnbarken sei strafbar, sagt ein Grünen-Vertreter. Ihr Sprecher Christian Storch hat Strafanzeige bei der Polizei Berlin gestellt und die Anzeige auf Twitter geteilt. Czaja hat sich nach Anfrage der Berliner Zeitung zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. CDU-Generalsekretär Stefan Evers schrieb auf Twitter: „Man kann die FDP-Aktion peinlich finden, geschenkt. Sowas passiert in jedem Wahlkampf. Als Sprecher der Berliner Grünen ernsthaft die Polizei damit zu beschäftigen, ist aber auch ein erstaunlicher Stil.“

Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Artikel hieß es, die Berliner Grünen hätten Czaja angezeigt. Tatsächlich war es nach Angabe der Grünen nur ihr Pressesprecher als Privatperson. Wir haben den Artikel im Nachhinein korrigiert.