„Letzte Generation“: Zwei Schwestern kleben sich auf Brandenburger Tor

Zwei Klima-Aktivistinnen bestiegen das weltberühmte Berliner Wahrzeichen. Auch Straßen waren erneut blockiert.

Die Aktivistinnen befestigten ein Banner am Brandenburger Tor. Die Polizei ist vor Ort.
Die Aktivistinnen befestigten ein Banner am Brandenburger Tor. Die Polizei ist vor Ort.Lenja Stratmann

Auch am Mittwoch demonstrieren Aktivistinnen und Aktivisten der Protestgruppe „Letzte Generation“ wieder in Berlin. Wie eine Reporterin der Berliner Zeitung von vor Ort berichtete, hattenzwei Protestler am Morgen das Brandenburger Tor in Berlin-Mitte bestiegen. Sie wurden demnach gegen 7.50 Uhr mit einem speziellen Einsatzwagen von Tiergartenseite auf das Tor hochgefahren und kletterten dann auf die andere Seite zum Pariser Platz, um ein riesiges Banner herunterzulassen.

Auf dem Banner stand die Aufschrift: „Wir wünschen uns ein Überleben für alle – Am Tag des Zusammenhalts – Wir alle sind die Letzte Generation“. Zudem klebten sie sich fest. Erst nach mehreren Stunden wurden die Frauen von Spezialkräften der Höhenrettung abgeseilt und mit einem Kran abgesetzt. Das Banner wurde von der Polizei entfernt.

„Wollen wir gemeinsam überleben oder einsam sterben?“

Die Aktivistin Maja Winkelmann, die gemeinsam mit ihrer Schwester auf dem Brandenburger Tor steht, erklärte ihre Beweggründe für die Aktion wie folgt: „Am Tag des Zusammenhalts stehen wir als Gesellschaft am Abgrund. Wir müssen uns jetzt entscheiden: Wollen wir gemeinsam überleben oder einsam sterben? Ich denke, ich kann von meiner Regierung erwarten, dass sie ein Überleben für alle sichert. Sie soll morgen um 10 Uhr mit uns darüber verhandeln!“

Die Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ blockieren seit Monaten wichtige Straßen und kleben sich auf dem Asphalt fest. So wollen sie ihrer Forderung nach einer entschiedeneren Bekämpfung des Klimawandels Nachdruck verleihen.

Auch am Mittwoch wurden wieder Straßen blockiert. Im Stadtteil Prenzlauer Berg hatten sich laut der Polizei sechs Menschen an der Danziger Straße, Ecke Prenzlauer Allee festgeklebt. In Stadtteil Wedding blockierten zehn Menschen den Bereich Seestraße/ Müllerstraße.

Straßenblockaden behinderten in 18 Fällen Rettungskräfte

Inzwischen wurde bekannt, dass durch die Straßenblockaden der Demonstranten seit dem Sommer in bisher 18 Fällen Rettungswagen bei Blaulichtfahrten behindert wurden. Das teilte der Senat auf eine Anfrage der FDP mit.

Die Feuerwehr stellte im Juni, Juli und Oktober in 14 Fällen ein verspätetes Eintreffen und Einsatzverzögerungen wegen der Klimaaktivisten fest. Zwei Mal mussten andere Rettungswagen alarmiert werden, zwei Mal standen Krankenwagen mit Patienten auf dem Weg ins Krankenhaus im Stau. Dabei ging es teilweise auch um dringende Nottransporte und einmal um einen Schlaganfallpatienten. 

Seit einem schweren Unfall in Berlin, infolgedessen eine Radfahrerin starb, steht die „Letzte Generation“ verstärkt unter Kritik. Ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr, das helfen sollte, die verletzte Frau zu retten, steckte in einem Stau, der von dem Klima-Protest ausgelöst worden sein soll. Die Süddeutsche Zeitung berichtete aber, dass der verspätete Wagen nach Einschätzung der Notärztin keine Auswirkungen auf eine mögliche Rettung der Frau hatte. (mit dpa)