Im Jemen tobt ein blutiger Bürgerkrieg (Archiv).
Foto: AFP/AHMAD AL-BASHA

SanaaAl-Kaida-Terroristen haben im Jemen einen Zahnarzt ermordet und gekreuzigt. Nach Angaben örtlicher Behörden vom Sonntag beschuldigten die Islamisten den Mann, für die Regierung spioniert zu haben. Zudem soll er den USA bei Drohnenangriffen auf Al-Kaida-Kämpfer geholfen haben. Die Al-Kaida-Mitglieder erschossen den Mediziner demnach am Samstag im Bezirk Somaa in der zentralen Provinz Al-Baida. Anschließend kreuzigten sie seine Leiche an einer Mauer des Gesundheitszentrums, in dem er seine Praxis hatte, meldete die Nachrichtenagentur AFP.

Die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap), eine Unterorganisation des globalen Terrornetzwerks, veröffentlichte den Angaben zufolge ein Video, das nach ihren Angaben ein „Geständnis“ des Zahnarztes enthielt. Darin habe der Mann  zugegeben, mit den Sicherheitsdiensten der Regierung zusammengearbeitet zu haben. Er habe zudem Peilsender platziert, um von US-Drohnen abgefeuerte Raketen auf Mitglieder der Terrorgruppe zu lenken.

Die Dschihadistengruppe hatte sich laut einem Provinzbeamten zwar zuletzt aus dem Süden und Osten des Jemen zurückgezogen, ist in der offiziell von der Regierung kontrollierten Provinz Al-Baida aber weiterhin aktiv. Dem Beamten zufolge kündigten die Islamisten die Ermordung eines weiteren Mannes wegen Spionage an. Zudem sollen sie aktuell noch fünf Männer und sieben Frauen wegen Spionage-Vorwürfen festhalten.