München - Der deutsche Basketball-Meister Alba Berlin ist nur noch einen Sieg vom Titel-Hattrick in der Basketball-Bundesliga entfernt. Die Mannschaft von Trainer Israel Gonzalez gewann am Dienstag beim FC Bayern München mit 71:58 (38:26) und somit ihr 19. Spiel hintereinander. In der Best-of-five-Serie erhöhte der Hauptstadt-Club auf 2:0. Schon am Freitag können sich die Berliner mit einem dritten Sieg vor Heimpublikum den Titel sichern.

In einer temporeichen aber oft fehleranfälligen Partie im Münchner Audi Dome waren Maodo Lo und Jaleen Smith mit je 13 Punkten für Alba und der Münchner Deshaun Thomas mit ebenfalls 13 Zählern die erfolgreichsten Korbjäger ihres Teams.

Abschlussquoten beider Teams bleiben schwach

Den nötigen Push wollte Münchens Geschäftsführer Marko Pesic von den Rängen haben - doch ohne den verletzten Führungsspieler Vladimir Lucic verpatzte sein Team den Start und lag schnell mit 2:7 zurück. Nachdem es in Spiel eins noch ein Dreierfestival gegeben hatten, scheiterten beide Teams in einer zerfahrenen Anfangsphase mehrfach aus der Distanz. Dass Alba am Ende des ersten Viertels nur mit 18:16 führte, lag an eigenen Unkonzentriertheiten in der Offensive. Vor den Augen von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß gestikulierte sich FCB-Coach Andrea Trinchieri in gewohnter Weise in Rage.

In der Folge blieben die Abschlussquoten beider Teams schwach. Alba verteidigte clever, ohne Fouls zu provozieren. Der Kraftspeicher der Münchner schien nach den Strapazen der letzten Wochen aufgebraucht. Berlins Oscar da Silva erhöhte durch ein sehenswertes Dunking Mitte des zweiten Viertels auf 24:18. Alba-Coach Gonzalez sah nun ein variables Spiel seiner Mannschaft, die vermehrt von Fehlern der Hausherren im Aufbauspiel profitierte. Nationalspieler Maodo Lo sorgte per Korbleger für den verdienten 38:26-Pausenstand.

Nach der Halbzeit Kampf auf Augenhöhe

Nach der Halbzeit und einer deftigen Ansprache von Trinchieri lieferten die Münchner in den ersten Minuten einen Kampf auf Augenhöhe. Der erste Dreier von Andi Obst zum 33:44 sorgte für ein Beben in der ausverkauften Arena. Doch widerspenstige Berliner zeigten sich unbeeindruckt und kombinierten sich nach Belieben Richtung FCB-Korb. Die Partie wirkte nach einem zwischenzeitlichen 17-Punkte-Vorsprung wie ein Berliner Trainingsspiel und nicht wie ein Endspiel um die Meisterschaft.

Angetrieben von ihrem Heimpublikum versuchten die Münchner, im Endspurt letzte Kraftreserven freizusetzen. Doch die Hypothek aus den ersten Vierteln war zu groß. Der Vorjahreschampion aus der Hauptstadt brachte den komfortablen Vorsprung über die Zeit und kann bereits mit einem Sieg in Spiel drei Meister werden.