Berlin - Aldi und Lidl drängen mit ihren Filialen mehr und mehr in die deutschen Innenstädte. „Wo immer es vom Mietpreisniveau her klappt, versuchen die Discounter in die absoluten 1a-Lagen zu kommen“, sagte Dirk Wichner, Leiter der Einzelhandelsvermietung Deutschland beim internationalen Maklerkonzern JLL, der Deutschen Presse-Agentur. Es finde ein knallharter Wettbewerb um die besten Standorte statt.

Lange Zeit waren die Einkaufsstraßen für die Discounter praktisch tabu, weil die Mieten dort zu hoch waren. Doch durch den Strukturwandel im Modehandel und die Corona-Krise habe sich das geändert, sagte Wichner.

Die Discounter machen aus ihre Plänen auch gar keinen Hehl. Aldi Nord realisiere „mehr und mehr Märkte auch in direkten Innenstadtlagen, Shopping-Centern und Fußgängerzonen an zentralen städtischen Knotenpunkten“, berichtete ein Unternehmenssprecher. Aldi Süd betonte, das Unternehmen sei bereit, „Lücken in den Innenstädten zu schließen“. Und auch Erzrivale Lidl lässt an seinem Interesse keinen Zweifel. „Wir beschäftigen uns intensiv mit Highstreet-Lagen an Knotenpunkten mit ÖPNV-Anbindung“, sagte Lidl-Immobilienmanager Marek Franz der „Lebensmittel Zeitung“.