Berlin - Trotz der noch immer schleppenden Impf-Kampagne in Deutschland und der Kapriolen um das Serum von Astrazeneca könnten schon vor Ende des Sommers weite Teile der Bevölkerung in Deutschland gegen Corona geimpft sein.

„Es ist realistisch, alle impfbereiten erwachsenen Deutschen bis Ende Juli durchgeimpft zu haben“, sagt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, dem Spiegel. „Dafür müssen nur zwei Bedingungen erfüllt werden: Der Impfstoff muss kommen, und er muss verimpft werden.“

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Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung IMK. 

Laut seiner Aufstellung sollen bis Anfang Juli 107 Millionen Impfdosen in Deutschland angekommen sein, Ende Juli sogar über 140 Millionen. „Ich war selbst überrascht, wie viel Impfstoff kommen soll“, sagte Dullien dem Spiegel.

670.000 Impfungen pro Tag nötig

Weiter geht Dullien davon aus, dass sich 52,5 Millionen Deutsche impfen lassen wollen – das wären drei von vier Erwachsenen. Damit das Impfziel Ende Juli erreicht werden kann, muss allerdings das Impf-Tempo steigen. Im Schnitt sollten nämlich pro Tag 670.000 Impfdosen gespritzt werden, damit im Sommer alle geimpft sind. Wenn die Impfzentren und die Hausärzte dies schaffen, könnten sie nach Auffassung von Sebastian Dullien im Frühsommer entscheidend dazu beitragen, die dritte Welle abzuflachen.