Alle Lehrer einer Brandenburger Schule gleichzeitig krank

Seit Montag herrscht an einer Grundschule in der Uckermark Ausnahmezustand. Keine einzige Lehrkraft ist gesund genug, um zu arbeiten.

Hochgestellte Stühle im Klassenzimmer einer Grundschule
Hochgestellte Stühle im Klassenzimmer einer Grundschuledpa/Hauke-Christian Dittrich

An einer Schule in der Uckermark in Brandenburg sind seit Anfang der Woche alle Lehrerinnen und Lehrer krank. Laut einem Bericht des RBB handelt es sich um die Grundschule Milmersdorf, an der normalerweise sechs Lehrkräfte insgesamt 74 Schülerinnen und Schüler unterrichten.

Unterstützung erhält die Schule dem Bericht nach über die sogenannte Amtshilfe. Zwei Pädagogen der benachbarten Gerswalder Grundschule betreuen derzeit 25 Kinder der Milmersdorfer Grundschule. So könne aktuell nur ein minimales Unterrichtsangebot stattfinden. Für die Eltern sei zunächst die Betreuung ihrer Kinder wichtig. In einer Mitteilung vom Montag forderte die Schulleiterin der Gerswalder Grundschule die Eltern aus Milmersdorf auf, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen.

Krankenwelle erfasst auch Berlin

Die Zahl der schweren Atemwegserkrankungen wie Grippe ist aktuell vier- bis fünfmal so hoch wie sonst – heißt es unter Berufung auf Daten des Robert-Koch-Instituts. Schwer von der Welle betroffen sind vor allem Kitas und Schulen. Auch Berlin ist betroffen. „Es gibt an Schulen und Kitas zahlreiche Krankmeldungen von Kindern und von Angehörigen des Kita- und Schulpersonals“, so Sprecher der Senatsbildungsverwaltung, Martin Klesmann.

Der Krankenstand sei nach Einschätzung des Hauses „der Jahreszeit geschuldet und der Tatsache, dass auch andere Viren aufgrund der besonderen Schutzmaßnahmen im vergangenen Herbst und Winter nun stärker durchdringen“. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht jedoch auch die Überlastung der Pädagogen aufgrund von Personalmangel für den hohen Krankenstand mit verantwortlich.

Am Donnerstag sollen zwei Lehrkräfte an die Grundschule in Milmersdorf in Brandenburg zurückkehren. Dann dürfte sich die Lage zumindest dort etwas entspannen.