Berlin - „Die U2 kommt jetzt pünktlicher, doch keiner kriegt's mit“ oder „Ich kontrollier' seit Stunden schon, doch keiner fährt schwarz“: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nehmen in ihrem neuen Kampagnen-Song die coronabedingte Leere in Bussen und Bahnen aufs Korn.

„Wir fahren allein allein“ ist eine Coverversion des Polarkreis-18-Hits „Allein, allein“ und mit BVG-typischer Selbstironie umgetextet. „Nach Döner riecht's schon lang nicht mehr“, heißt es da zum Beispiel. Und: „Ich freu mich schon jetzt darauf, dass Ihr wieder die Tür blockiert“. Dazu sind in dem Video leere Bahnhöfe und Busse zu sehen. Produziert wurde der Videoclip von der Agentur Jung von Matt SAGA.

Quelle: Youtube

Auch, wenn der öffentliche Nahverkehr in Berlin nicht eingestellt wurde, vermissten die BVG-Mitarbeiter ihre Fahrgäste, heißt es von den Verkehrsbetrieben. „Aus der Liebesbeziehung mit all ihren Leidenschaften und Reibereien ist für viele in Zeiten von Abstandsgebot und Homeoffice eine Fernbeziehung geworden.“ Umso mehr freue man sich, bald wieder gemeinsam unterwegs zu sein.

Das Video ging am Freitag auf den BVG-Kanälen online und wurde bis zum Nachmittag auf Youtube über 250.000 Mal angesehen. Die Kommentare der Nutzer waren größtenteils positiv. „Sind mir gerade am Ende einer Werbung für öffentliche Verkehrsmittel die Tränen gekommen? Verrückte Zeiten“, schreibt zum Beispiel ein Nutzer. Und ein anderer: „Awwwwwwwwwwwwwww ... ich musste mir glatt 'ne Träne mit der Abo-Monatskarte wegwischen.“

„Natürlich wird das Thema im Film künstlerisch übertrieben, denn selbstverständlich fahren wir auch in Pandemiezeiten nicht ständig mit leeren Bussen und Bahnen durch die Stadt“, sagt BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp. „Die emotionalen Botschaften lauten: Wir vermissen euch. Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen. Wir sind für euch da. Und wir müssen alle noch ein wenig durchhalten, dann werden wir gemeinsam Berlin wieder zu der bunten, wuseligen und immer mobilen Metropole machen, die wir so lieben.“