Berlin - Frauen ist Reichtum offenbar weniger wichtig als Männern. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die an diesem Montag im Journal Economic Affairs erscheint und über die die F.A.Z. berichtet. Demnach ist 18 Prozent der Teilnehmerinnen der Umfrage Reichtum wichtig oder sehr wichtig. Bei den Männern sind es 26 Prozent. 

An der Studie nahmen in sieben Staaten jeweils mindestens 1000 Personen teil, heißt es. Als reich wurden Personen bezeichnet, die ein Haus und mehr als eine Million Euro besitzen. Auch in anderen Staaten sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich. Man könne lange darüber diskutieren, warum das so ist, aber es sei eine Tatsache, dass Frauen seltener reich werden wollen als Männer, erklärt Reichtumsforscher Rainer Zitelmann, der die Studie in Auftrag gegeben hat. 

Älteren ist Reichtum nicht so wichtig

Der Unterschied lasse sich auch anhand der Besucherzahlen auf Finanzportalen festmachen. Diese würden häufiger von Männern gelesen. In der Studie wurde zudem ein Unterschied zwischen den Altersgruppen festgestellt. Wer über 60 Jahre alt ist, dem ist reich sein nicht mehr so wichtig. Nur 14 Prozent der Älteren will reich werden. Demgegenüber stehen Unter-30-Jährige, von denen 32 Prozent nach Reichtum streben.

Reiche sind zudem nicht besonders beliebt bei den Deutschen. Nur drei Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass Reiche „ehrlich“ sind. 49 Prozent der Befragten halten Reiche sogar für „gierig“. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein reicher Mann oder eine reiche Frau dem Deutschen persönlich bekannt ist. 42 Prozent gaben an, dass sie in einem solchen Fall einen Reichen sehr wohl für ehrlich halten.