Berlin - Immer weniger Deutsche fühlen sich einer Umfrage zufolge sehr frei. 36 Prozent empfinden ihr Leben so, wie aus dem am Freitag veröffentlichten sogenannten Freiheitsindex der Institute Media Tenor und Allensbach hervorgeht. Im Jahr 2017 hatte der Anteil noch bei 51 Prozent gelegen, nachdem er 2005 seinen Tiefpunkt von ebenfalls 36 Prozent erreicht hatte. Für die Erhebung wurde gefragt, wie frei sich Menschen auf einer Skala von eins bis zehn fühlen. Als sehr frei galten dabei die Werte von acht bis zehn.

Im Juni 2021 gab allerdings nach fast niemand an, sich unfrei zu fühlen. Der Anteil der Menschen, die der Auffassung sind, der Bürger habe Einfluss auf die Entwicklung des Staats, stieg zwischen 2012 und 2021 von 37 auf 47 Prozent. Jedoch unterscheiden sich die Zahlen zwischen West- und Ostdeutschland. Im Westen waren 50 Prozent dieser Auffassung, im Osten 32 Prozent.

Auch die Auffassung, der Bürger sei machtlos, wurde über die Jahre weniger geäußert. 1992 waren 55 Prozent der Menschen in gesamt Deutschland dieser Meinung. 2021 waren es nur noch 30 Prozent. Laut den Autoren nähern sich Ost und West in ihren Antworten langsam an.

Bereitschaft, sich für den Staat einzusetzen hat zugenommen

Dass Bürger Einfluss haben auf das, was vor Ort geschieht, sehen 50 Prozent der Befragten im Westen und 36 Prozent der Befragten im Osten. Die Antworten aus dem Osten gleichen dabei denen von Gesamtdeutschland von vor sechs Jahren.

Der Ruf nach Verboten nahm im Vergleich zu den Vorgängerumfragen ab. 2011 forderten noch durchschnittlich 44,1 Prozent Verbote für Drogen, ungesunde Lebensmittel, das Klonen von Menschen oder rechtsradikale Parteien. 2021 waren es nur noch 38,1 Prozent.

Die Bereitschaft, sich für den Staat einzusetzen, nahm in ganz Deutschland zu. 74 Prozent stimmten der Aussage zu, dass man sich in schwierigen Zeiten auch für die Gesellschaft engagieren sollte – im Vergleich zu 2012 ein Anstieg um zwölf Prozentpunkte.