Berlin - Der Schauspieler Jan Josef Liefers steht wegen der Protestaktion #allesdichtmachen seit Tagen im Zentrum heftiger Anfeindungen. Allerdings gibt es auch unzählige Menschen, die den Schauspieler unterstützen und seine Kritik an der Corona-Gesellschaft und der Rolle der Medien teilen. Jetzt hat sich seine Frau Anna Loos zu Wort gemeldet. In einem emotionalen Post bei Facebook beschreibt sie die vergangenen Tage aus ihrer Sicht.

Ihr Mann, ein „erfolgreicher Künstler, Schauspieler, Sänger und Regisseur“, habe mit „mehr als 50 weiteren Schauspielern bei der Aktion Allesdichtmachen mitgewirkt“. Dafür sei er in den letzten zwei Tagen „extrem angefeindet, in die rechte Ecke gestellt und ausgegrenzt“ worden. Weiter schreibt Anna Loos, sie habe „Videos von Kollegen gesehen, die von dieser Aktion zurückgetreten sind, weil Sie sich falsch verstanden fühlen, nicht mit dem gerechnet haben was eingetreten ist, sich bedroht fühlen und Angst haben“.

„Wahnsinn und manches hinterlässt mich sprachlos“

Das mache ihr Angst. Sie habe sich alle Filme angesehen. „Zugegeben, ich finde, sie sind von unterschiedlicher Qualität und nach mehr als einem Jahr Corona ist die Satire-Fähigkeit unserer Gesellschaft mit Sicherheit nicht groß, meine jedenfalls ist begrenzt.“ Dennoch habe sie „nicht bei einem einzigen Beitrag meiner Kollegen daran gedacht, dass ich es hier mit extrem nach rechts gerutschten Menschen zu tun habe, die Corona an sich leugnen und alle Corona-Opfer mit Füßen treten. Nein, sie wollten etwas anstoßen und auch wenn Sie eine Menge verbrannte Erde hinterlassen haben“.

Das habe auch funktioniert. „Ich hab in den Social-Media-Kanälen Reaktionen von anonymen Schreibern, aber auch von Kollegen gelesen, mir die Wutrede von Uli Matthes angehört, gelauscht was unsere Kulturstaatsministerin dazu zu sagen hatte und mit meinen Freunden darüber gesprochen. Wahnsinn und manches hinterlässt mich sprachlos“. Sie fände es aber „gut, dass es jetzt von führenden Köpfen in Politik und Medien Gesprächsangebote gibt“.

„Wir alle stecken hier gemeinsam drin und wir alle sind am Limit“

Sie sei „sehr gespannt, was daraus wird, und wer weiß, vielleicht treten Kunst und Kultur diesem Diskurs ja auch bald bei“. Und weiter: „Schade, dass die allgemeine Lust an Missverständnis und Zerstörung mittlerweile größer ist als die Neugier und die Lust an der Suche nach Gemeinsamkeit. Wir alle stecken hier gemeinsam drin und wir alle sind am Limit.“

Der Post endet mit den Worten: „Und an jene, die hier mit giftigen Pfeilen schießen, es ist immer besser miteinander zu sprechen als übereinander. Bleibt gesund und habt noch einen schönen Sonntag. Eure Anna“