Alt Tellin - Bei einem Großbrand sind in einer Ferkelaufzucht in Alt Tellin bei Anklam in Mecklenburg-Vorpommern rund 50.000 Ferkel und 7000 Sauen ums Leben gekommen. Etwa 1300 Sauen konnten noch aus den brennenden Ställen im Landkreis Vorpommern-Greifswald getrieben werden, wie ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag sagte. Der Brand am Dienstag hatte nach und nach alle 18 Ställe der Anlage erfasst.

Drehender Wind erschwerte die Löscharbeiten der Feuerwehren. Die Zuchtanlage war eine der größten von elf Standorten der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD). Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sprach von einer „Tragödie“. Anwohner und Umweltschützer hatten immer wieder gegen die Anlage demonstriert.

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Die Rauchwolken des Großbrands aus der Luft. 

Landtagsabgeordneter: „Fukushima für alle Megaställe“

Eine Sprecherin der Umweltschutzorganisation BUND wies darauf hin, dass ihre Organisation bereits vor der Genehmigung der Anlage mit detaillierten Gutachten auf unbeherrschbare Brandgefahren hingewiesen habe. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Weiß (Linke) sagte, der Brand in Alt Tellin zeige, dass solch überdimensionierte Stallanlagen nicht beherrschbar seien. Das Feuer müsse analog zum Atomausstieg „das Fukushima für alle Megaställe“ sein.

„Alt Tellin wurde stets den gesetzlichen Vorgaben entsprechend betrieben“, sagte der Sprecher des Aufzuchtbetriebs. Er berichtete, beim Abtransport der überlebenden Schweine seien Lastwagen in Alt Tellin mit Steinen beworfen worden. Einige Fahrzeuge wurden demnach bis zu Standorten des Unternehmens in Brandenburg verfolgt.

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Die Dachkonstruktion eines Gebäudes eines Schweinemastbetriebes liegt nach dem Feuer in Trümmern.

Brandursache weiterhin unklar

Die Ursache für den Großbrand ist weiter unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Anklam am Freitag. Der Brandgutachter sei bereits zweimal am Brandort gewesen und müsse noch öfter kommen. So dürfen bestimmte Bereiche nur beräumt werden, wenn der Experte dabei ist. Ein Ergebnis werde frühestens nach Ostern vorliegen.

Die Betreiber beauftragten einen Sicherheitsdienst mit der Bewachung des Geländes. Dieser soll auch Schaulustige fernhalten. Die Kadaver der toten Tiere liegen unter den zusammengefallenen Stalltrümmern und müssen entsorgt werden, hieß es vom Landkreis. Damit sei in einigen Bereichen, die die Polizei freigegeben habe, bereits begonnen worden.