Washington - Mehr als 20.000 Nationalgardisten aus dem ganzen Land werden die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden absichern. Denn nach der Erstürmung des Kapitols durch militante Anhänger des scheidenden Staatschefs Donald Trump herrscht große Angst vor weiterer Gewalt.

Die Nationalgarde ist eine Reservisteneinheit mit rund 450.000 Mitgliedern, die sowohl im Inland als auch im Ausland eingesetzt werden können. Sie geht auf im 17. Jahrhundert gebildete Milizen zurück. Die Angehörigen sind keine Berufssoldaten: Sie gehen im Alltag einer anderen Beschäftigung nach, trainieren aber regelmäßig. Sowohl die Gouverneure der Bundesstaaten als auch der US-Präsident können auf die Nationalgarde zurückgreifen, die in Einheiten im ganzen Land verteilt ist. Das geschieht häufig bei Naturkatastrophen oder Unruhen. Im vergangenen Jahr wurden Nationalgardisten am Rande der Black-Lives-Matter-Proteste eingesetzt, um Ausschreitungen zu verhindern.

Joe Biden wird um 12 Uhr Mittags (Ortszeit) zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Kamala Harris legt - als erste Schwarze - ebenfalls ihren Amtseid als Vizepräsidentin ab. Der scheidende Präsident Trump wird nicht teilnehmen, er reist nach der Abschiedszeremonie zu seinem Resort nach Mar-a-Lago.

Auch am Tag der Kapitol-Erstürmung am 6. Januar waren Nationalgardisten im Einsatz. Sie trafen aber erst Stunden nach Beginn des Angriffs am Kongress ein, was für Kritik an zu langsamen Entscheidungsprozessen sorgte. Die mehr als 2700 Mann starke Nationalgarde des Hauptstadtbezirks Washington DC untersteht dem US-Präsidenten, der die Führung an das Verteidigungsministerium übergeben hat.