Bei einem Großteil der Menschen, die in Deutschland mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, war die Infektion mit dem Coronavirus die Todesursache. Das legt ein neuer Bericht des deutschen Covid-19-Autopsieregisters nahe. Die Studie wurde im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht. Die Pathologinnen und Pathologen erklären darin, dass 86 Prozent der Corona-Toten an ihrer Covid-19-Infektion gestorben sind.

Die Pathologinnen und Pathologen berufen sich auf Untersuchungen von rund 19.000 Bioproben von 1129 Menschen, die zwischen Anfang März 2020 und Ende September 2021 gestorben waren. Stefan Kluge, der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, schrieb auf Twitter, es handele sich dabei um die „weltweit größte Studie zu Obduktionen bei Covid-19“.

Die häufigste unmittelbare Todesursache bei Menschen, die „mit“ einer Corona-Erkrankung starben, war demnach eine diffuse Alveolarschädigung, also eine akute Lungenerkrankung, dicht gefolgt von Multiorganversagen. Nur bei 14 Prozent der Untersuchten war Covid-19 lediglich eine Begleiterkrankung.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurde viel über die Frage diskutiert, ob die Infektion häufig nur eine Begleiterkrankung ihrer eigentlichen Todesursache war.