KielDer Staatsschutz hat die Ermittlungen im Fall einer am Rande einer Anti-AfD-Demonstration in Schleswig-Holstein angefahrenen und dabei verletzten Frau übernommen. Es solle überprüft werden, ob das Geschehen am Samstagabend möglicherweise politisch motiviert gewesen sei, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt der Deutschen Presse-Agentur. Aktuell werde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen in Henstedt-Ulzburg, circa 30 Kilometer nördlich von Hamburg. Die überparteiliche Initiative „Keine AfD in Henstedt-Ulzburg“ hatte parallel zur Veranstaltung zu einer Kundgebung aufgerufen, die von den Behörden genehmigt worden war. Zu dem Geschehen gibt es konkurrierende Darstellungen.

Sollte sich durch Zeugenaussagen und Sachverständige ein Sachverhalt ergeben, wonach die Frau auf dem Bürgersteig absichtlich angefahren worden sei, seien Ermittlungen auch wegen eines versuchten Tötungsdeliktes nicht ausgeschlossen, so der Oberstaatsanwalt. Ein Sachverständiger solle unter anderem den genauen Fahr- und Bremsweg sowie das Tempo des Autos klären. Zwei weitere Menschen wurden an dem Tag ebenfalls angefahren und leicht verletzt.