Anklage wegen Mordversuchs: Berliner soll 16-jährigen Cousin niedergestochen haben

Der 16-Jährige wurde im Januar diesen Jahres von einer Gruppe Männer in Berlin attackiert. Hintergrund der Tat ist offenbar ein Familienstreit.

Die Uniform eines Berliner Polizisten
Die Uniform eines Berliner Polizistendpa/Tim Brakemeier

Im Fall eines mit einem Messer fast getöteten 16-jährigen Jugendlichen ist nun Anklage gegen den Cousin des Opfers erhoben worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte, wurde der 20-Jährige wegen versuchten heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Der 16-Jährige wurde am Nachmittag des 10. Januar von einer fünfköpfigen Gruppe am Mehringplatz von hinten attackiert. Die Tatverdächtigen schlugen und traten zunächst auf ihn ein. Dann soll der 20-Jährige auf seinen Cousin mit einem Messer in den Rücken, die Leistengegend und den Oberschenkel eingestochen haben. Erst als Passanten aufmerksam wurden, ließen die Männer demnach von dem Opfer ab und flüchteten. Laut Staatsanwaltschaft trug der 16-Jährige lebensbedrohliche Verletzungen davon.

Hintergrund der Tat wohl Familienfehde

Hintergrund der Tat sollen Auseinandersetzungen zwischen zwei Zweigen der Familie sein. Diese eskalierten offenbar bereits in der Vergangenheit schon einmal: Ein Bruder des Opfers wurde am 9. März wegen versuchten Mordes an einem Bruder des jetzigen Tatverdächtigen vom Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Attacke vom 10. Januar 2022 soll nun der von Rache getragene „Gegenangriff“ gewesen sein.

Der Angeschuldigte hielt sich nach der Tat zunächst im Ausland auf, kehrte aber am 6. Juli wieder nach Deutschland zurück und stellte sich dem Verfahren. Darum sei er nicht in Untersuchungshaft gekommen.

Einen Termin für den Prozess gibt es bislang nicht. Die Anklage muss zunächst vom Landgericht Berlin zugelassen werden. Die Mittäter sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht identifiziert worden.