Berlin - Annalena Baerbock muss sich weiter wegen einer umstrittenen Bonuszahlung rechtfertigen. Sie hatte dem Bundestag Nebeneinkünfte zu spät gemeldet. In der Talkshow Maischberger kam die 40-Jährige am Mittwoch in Erklärungsnot. Dabei ging es auch um folgende Fragen: Wer hat den Corona-Bonus letztlich genehmigt? Und warum spendet die Grünen-Politikerin das Geld nicht - so wie etwa Karl Lauterbach? Attackiert wurde Baerbock dabei auch von dem Unternehmer und Autor Frank Thelen.

Baerbock hatte einen sogenannten Corona-Bonus in Höhe von 1500 Euro eingestrichen, aber nicht wie vorgeschrieben dem Bundestag gemeldet. Ursprünglich war diese steuerfreie Sonderleistung für Menschen wie Krankenschwestern, Lkw-Fahrer, Kassierer, Supermarkt-Angestellte oder Paketboten gedacht. Menschen also, die in der Corona-Krise besonders viel geleistet haben. Der Bundesvorstand der Grünen hatte dann beschlossen, auch ihren Parteivorsitzenden einen Bonus auszuzahlen. Maischberger ging Baerbock am Donnerstag an: „Sie haben sich das Weihnachtsgeld also selbst genehmigt?“ Woraufhin die Kanzlerkandidatin zugab: „Ja.“

Baerbock will nichts „verdealen“, Lauterbach spendet nach Indien

Der Unternehmer Frank Thelen sagte am Mittwoch, solche Gelder seien für andere Leute gedacht gewesen. Es sei „nicht okay, dass sie da so einfach einen Bonus einnimmt“. Dann schlug er Baerbock vor laufenden Kameras vor, das Geld zu spenden, etwa an Kinder. Denn „Kinder sind die Leidtragenden“ der Krise, so Thelen. Zudem bot er an, im Falle einer Spende ebenfalls 1500 Euro zu spenden und den Betrag so zu verdopppeln.

Doch Thelen erhielt für seinen Vorschlag eine Abfuhr von Annalena Baerbock. Sie sagte: „Das ist aber gerade nicht meine Haltung, dass ich sage, ich habe einen Fehler gemacht, und jetzt verdeale ich mal was, und jemand anders legt nochmal was oben drauf.“ Und fügte hinzu: „Sondern ich habe sehr deutlich gemacht, dass es mir sehr, sehr leid tut.“

Ebenfalls bei Maischberger: SPD-Politiker Karl Lauterbach. Auch er hatte es versäumt, Nebeneinkünfte ordnungsgemäß zu melden. Anders als Baerbock behält er das Geld aber nicht. Er sagte am Mittwoch: „Ich trete ja immer mit einem gewissen moralischen Anspruch auf. Und so habe ich die gesamte Summe, die schon ausgegeben und versteuert war, an die Corona-Hilfe für Kinder in Indien gespendet.“