Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk zeigte sich enttäuscht von der Fernsehansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Jahrestag des Weltkriegsendes in Europa. Man habe sich auch in der Rede „viel mehr Konkretes“ dazu gewünscht, wie der Bundestagsbeschluss zur Lieferung schwerer Waffen umgesetzt werden solle, sagte Melnyk in der Sendung Anne Will.

„Wenn wir den Bundeskanzler hören, der sagt, Russland darf nicht gewinnen, das heißt, dass man alles, wirklich alles unternehmen sollte, (...) um uns zu helfen in dieser schwierigen Situation, in diesem Krieg, der schlimmste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg“, forderte der Diplomat.

Bei der Sendung Anne Will gab es außerdem Streit mit dem Soziologen Harald Welzer. Welzer kritisierte die Waffenlieferungen an die Ukraine und warnte vor einem Zermürbungskrieg, wenn es eine militärische Gleichheit mit Russland gebe. Melynk sah sich dadurch offenbar provoziert, er empfand Welzer offenbar als arrogant. Melnyk sagte: „Was Sie anbieten, ist moralisch verwahrlost“.