Berlin - Knapp acht Monate nach einem islamistisch motivierten Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn beginnt am 15. April der Prozess gegen den Verdächtigen. Dem 30-Jährigen werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, wie das Landgericht Berlin am Donnerstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft strebe die Unterbringung des tatverdächtigen Irakers in der Psychiatrie an. Aufgrund einer psychischen Erkrankung sei er bei den Taten nicht oder nur vermindert schuldfähig gewesen.

Nach Angaben des Gerichts soll sich der Mann vor der Tat am 18. August 2020 entschlossen haben, aus „wahnhaft religiösen und islamistisch geprägten Motiven“ nach dem Zufallsprinzip Personen zu töten. Er habe Angst und Schrecken in der Bevölkerung verbreiten wollen.

Der abgelehnte Asylbewerber habe mit seinem Wagen auf der Autobahn A 100 andere Verkehrsteilnehmer durch Kollisionen mit überhöhter Geschwindigkeit verletzen und töten wollen. Zunächst habe er mehrere Autos gerammt und sei vom Unfallort geflüchtet. Dann sei er an einer Anschlussstelle auf einen Motorradfahrer zugerast und habe ihn gerammt und schwer verletzt .

Nur wenige Augenblicke später soll der 30-Jährige zwei weitere Motorradfahrer bei Crashs schwer verletzt haben. Andere Menschen seien von Trümmern getroffen worden. Als der mutmaßliche Islamist sein beschädigtes Auto verlassen musste, soll er eine Munitionskiste auf das Dach des Wagens gestellt haben. Die Kiste wurde mit einem Wassergewehr aufgeschossen, Verdächtiges wurde nicht entdeckt.

Der Angreifer hatte nach Angaben von Generalstaatsanwältin Margarete Koppers auf Arabisch gerufen, dass alle sterben würden. Er habe ein Küchenmesser dabei gehabt, einen Gebetsteppich ausgerollt und sich darauf niedergelassen. Ein Polizist, der Arabisch spricht und mit als erster am Tatort war, nahm ihn fest. Verhandlungstermine wurden zunächst bis Ende September festgelegt.