Bei dem Anschlag auf einen Pfingstgottesdienst in Nigeria sind laut offiziellen Angaben 22 Menschen getötet worden. Der nationalen Notfallbehörde zufolge wurden bei dem Angriff am Sonntag in der Stadt Owo 50 weitere Menschen verletzt, wie der britische Sender BBC am Dienstag berichtete. Damit ist die Zahl der Toten niedriger als zunächst befürchtet. Bisher war in Medienberichten von bis zu 100 Toten die Rede.

Am Sonntag waren bewaffnete Unbekannte in die katholische Kirche St. Francis in der Stadt Owo im Südwesten des Landes eingedrungen und hatten um sich geschossen. Über die Hintergründe des Angriffs ist laut BBC bisher wenig bekannt.

Bundespräsident Steinmeiner und Evangelische Kirche sind erschüttert

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich bestürzt über den Anschlag. In einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Kondolenzschreiben an Präsident Muhammadu Buhari erklärte er: „Die Nachricht von dem abscheulichen und niederträchtigen Anschlag auf eine Kirche in Owo, bei dem so viele Gläubige, darunter Familien und Kinder, getötet wurden, macht mich fassungslos.“ Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres den Anschlag verurteilt.

Auch die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, zeigte sich erschüttert. „Voller Entsetzen und Trauer sind unsere Gedanken und Gebete bei den Menschen in der Stadt Owo“, erklärte Bosse-Huber am Montagabend. „Wo die Christen zusammenkamen in der St. Francis Kirche, um Gottes Geist des Friedens zu Pfingsten zu feiern, fanden sie stattdessen Tod und Gewalt.“

Kriminalität und Gewalt in dem westafrikanischen Land nehmen seit einigen Monaten deutlich zu. Häufig kommt es zu Entführungen mit Lösegeldforderungen. Im Norden verschleppen islamistische Gruppen Zivilistinnen und Zivilisten.