Anschlag auf Nord-Stream-Pipelines: Drohnen auch über Nordsee gesichtet

Nach dem Sabotage-Akt auf Nord Stream 1 und Nord Stream 2 wurden der Polizei Drohnenflüge über Erdgasfeldern in der Nordsee gemeldet.

Ein Gasleck einer Nord-Stream-Pipeline Ende Oktober
Ein Gasleck einer Nord-Stream-Pipeline Ende OktoberAP/Rune Dyrholm

Nach der mutmaßlichen Sabotage an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 sind der dänischen Polizei unbefugte Drohnenflüge in der Nähe von Erdgasfeldern in der Nordsee gemeldet worden. Die Meldung sei im Laufe des Wochenendes eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Laut dem Fachmagazin Danish Offshore Industry wurden Drohnen in der Nähe des Gasfeldes Roar beobachtet, das vom französischen Konzern TotalEnergies mehr als 200 Kilometer westlich von Dänemark betrieben wird. Es handelte sich um den zweiten Vorfall dieser Art binnen einer Woche. Am Donnerstag hatte die Tageszeitung Ekstra Bladet über „nicht genehmigte“ Drohnenaktivitäten über dem Erdgasfeld Halfdan B berichtet, das ebenfalls von TotalEnergies ausgebeutet wird.

Betreiber TotalEnergies steht in Kontakt mit Polizei, Militär und dänischen Behörden

Auf Anfrage verwies die Konzerngruppe auf die dänischen Behörden. „Was unbefugte Drohnenaktivitäten in der Nähe unserer Einrichtungen in der Nordsee betrifft, verweist TotalEnergies an die dänischen Behörden, denen wir jede mögliche Beobachtung melden“, erklärte das Unternehmen. Die „notwendigen Maßnahmen für Sicherheitsprozeduren“ seien ergriffen worden, das Unternehmen stehe „mit Polizei, Militär und der dänischen Energiebehörde“ in Kontakt.

An den von Russland nach Deutschland führenden Pipelines Nord Stream 1 und 2 waren vergangene Woche vier Lecks vor der dänischen Insel Bornholm entdeckt worden. Die Leitungen sind zwar nicht in Betrieb, waren aber aus technischen Gründen mit Gas gefüllt, das in großen Mengen in die Ostsee strömte.

Dänemark erhöhte daraufhin die Sicherheitsmaßnahmen an seinen Energieanlagen. Norwegen, inzwischen wichtigster europäischer Gaslieferant, folgte dem Beispiel und betrachtet seine Plattformen als mögliches Ziel, nachdem kürzlich unbefugte Drohnen gesichtet worden waren.