Berlin - Weil er über das Internet Mütter von Mädchen auf den Philippinen zum sexuellen Missbrauch ihrer Kinder angestiftet haben soll, steht ein 68-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Gegen die Zahlung von Geld soll er drei Mütter dazu gebracht haben, pornografische Aufnahmen von ihren Töchtern anzufertigen und ihm zur Verfügung zu stellen. Ob sich der Mann äußern wird, ist am ersten Prozesstag am Donnerstag zunächst offen geblieben.

Der 68-Jährige habe seit mehreren Jahren „gezielt den Kontakt zu alleinstehenden Frauen mit weiblichen Kindern auf den Philippinen gesucht, die in finanziellen Schwierigkeiten waren“, heißt es in der Anklage. Drei Chat-Partnerinnen hätten ihm in der Zeit von Juni 2018 bis Januar 2020 kinderpornografische Bilder und Videos ihrer kleinen Töchter geschickt. Betroffen seien sieben Mädchen, die damals zwei bis zwölf Jahre alt waren.

Pornografisches Material gegen Bezahlung 

Der Mann aus Berlin habe Geld angeboten und die Zahlung jeweils mit der Aufforderung verknüpft, dass Aufnahmen der unbekleideten Kinder in sexualisierten Posen gefertigt und an ihn übersandt werden, so die Staatsanwältin. Er habe im Gegenzug mal 50, mal 100 Euro geschickt. Zudem seien bei Durchsuchungen in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf Tausende kinder- und jugendpornografische Dateien gefunden worden.

Der wegen Besitzes von Kinderpornografie vorbestrafte Mann wurde Ende 2020 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Das Gericht stellte dem Angeklagten in einem sogenannten Verständigungsvorschlag eine Strafe von fünf bis fünfeinhalb Jahren Gefängnis im Fall eines umfassenden Geständnisses in Aussicht. Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen sich am zweiten Prozesstag am 25. Februar zu dem Vorschlag äußern.