Brocken/Winterstein/Königstein/Feldberg - Der Ansturm auf winterliche Ausflugsziele und verschneite Rodelberge im Harz, im Sauerland und im Taunus haben in einigen Gemeinden und auf Zufahrtsstraßen für Chaos gesorgt. Auf den Pisten und auf Wanderwegen sollen sich viele Besucher, darunter auch Berliner, nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. 

Obwohl die Behörden seit Tagen darum bitten, auf Wintersport zu verzichten, müssen Polizisten immer wieder ausrücken, um Touristen auf die bestehenden Corona-Regeln hinzuweisen. Im Harz musste am Sonntagmittag die Bundesstraße 4 ab Bad Harzburg gesperrt werden, weil die Besucher des Torfhauses die ganze Straße zuparkten.

Im Westharz geht es derzeit nur in eine Richtung. Die Landesstraße 504 von Altenau nach Torfhaus wurde zudem zur Einbahnstraße aus dem Harz umfunktioniert. Immer wieder kommt es zu Polizeikontrollen auf Zufahrtsstraßen und auf einigen Pisten. 

„Wir werden derzeit überrannt“, schrieb der Bürgermeister von Gersfeld, einem Ort in der Rhön. Rettungswege seien versperrt, Privateigentum werde beschädigt und auf allen Wirtschaftswegen stünden Autos, so Steffen Korell (CDU) auf Facebook. „Es wird kreuz und quer gefahren.“

Stadt Winterberg: Betreten bestimmter Bereiche verboten 

Wie die Bild-Zeitung am Sonntag berichtete, soll die Polizei in einigen Orten die Zufahrtsstraßen gesperrt haben, um einen weiteren Ansturm zu verhindern. Demnach dürfen im Sauerland seit Sonntag Menschen bestimmte Bereiche der Stadt Winterberg nicht mehr betreten. Das betreffe insbesondere die Bereiche rund um Parkplätze und Skilifts. Nach Angaben der Stadt hätten die vergangenen drei Tage gezeigt, dass der touristische Ansturm ein so extremes Ausmaß angenommen habe, dass die Regelungen aus der bestehenden Allgemeinverfügung nicht ausreichten. 

Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht 

Der Bild-Zeitung zufolge musste die Polizei bereits die Bundesstraße 480 als Zufahrt in den Ort absperren, woraufhin sich kilometerlange Staus bildeten. Die Beamten hätten 94 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen und 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht registriert, die im Stadtgebiet und auf Pisten und Parkplätzen gilt. 

Auch am Großen Feldberg und auf der Wasserkuppe sollen sich Menschenmassen getummelt haben. Ein Polizeisprecher der Stadt Königstein in Hessen sagte, rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es „chaotisch“. Am Sonntagvormittag musste die Polizei die Zufahrten zum Feldberg im Bereich Schmitten (Dorfweil) und Glashütten (Oberems) absperren. Auswärtige Gäste wurden wieder nach Hause geschickt. 

Man habe sich nur gegen eine Abriegelung der Wasserkuppe und eine Sperrung der Straßen entschieden, weil es sonst zu Verdrängungseffekten in der Region kommen würde. Es werden aber erst weitere Autos zum Berg gelassen, wenn andere abgefahren seien.