Der Krieg in der Ukraine überschattet das 51. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde per Video dazugeschaltet - und durfte das Forum eröffnen. Die Süddeutsche Zeitung bildete die Situation in einer Karikatur ab - und geriet nun wegen antisemitischer Bildsprache in das Kreuzfeuer. Das ist nicht das erste Mal, dass die Zeitung dem Antisemitismus-Vorwurf ausgesetzt ist.

Die Zeichnung von Pepsch Gottscheber zeigt den jüdischen Präsidenten der Ukraine, wie er übergroß und mit Hakennase vor dem Wirtschaftsforum in Davos spricht. Juden als übermächtige Strippenzieher mit direktem Einfluss auf die Wirtschaftselite zu inszenieren, gehört zu den klassischen antisemitischen Stereotypen. Michaela Engelmeier, Generalsekretärin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, richtete sich auf Twitter direkt an die Süddeutsche Zeitung: „Eine antisemitische Karikatur a la „Stürmer“ in der SZ. Euer Ernst?“

Auch die Jüdische Allgemeine schließt sich auf Twitter an und verweist auf vorhergegangene Karikaturen, die antisemitische Bildersprache reproduzierten.

Die Süddeutsche Zeitung reagierte prompt und verwies auf die dargestellte Situation: In der Video-Ansprache „im XXL-Format“ habe Selenskyj übergroß gewirkt - das solle die Wichtigkeit des Ukraine-Themas verdeutlichen.

Die SZ-Karikaturisten tun es wieder

Doch das Spiel mit den Stereotypen ist für die Süddeutsche Zeitung kein Neues: Schon 2014 zeichnete Burkhard Mohr den jüdischen Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit jüdischen Schläfenlocken und einer Hakennase.

In der Karikatur mit dem Namen „Krake Facebook“ wird Zuckerberg als Krake dargestellt, die alles an sich reißt.