In Großbritannien startet das bislang weltweit größte Pilotprojekt für die Vier-Tage-Woche. An der Aktion beteiligen sich über 70 Unternehmen. Ihre etwa 3400 Angestellten werden von Juni bis Dezember bei vollem Lohnausgleich nur vier Tage in der Woche arbeiten. Im Gegenzug haben sie sich verpflichtet, weiter zu 100 Prozent produktiv zu sein. Über den Modellversuch berichtet das britische Nachrichtenportal Guardian.

„Wir werden analysieren, wie Arbeitnehmer auf einen zusätzlichen freien Tag reagieren, und zwar in Bezug auf Stress und Burnout, Arbeits- und Lebenszufriedenheit, Gesundheit, Schlaf, Energieverbrauch, Reisen und viele andere Aspekte des Lebens“, sagt Juliet Schor, Soziologieprofessorin am Boston College. Gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Cambridge, Oxford und Boston College begleitet sie das Projekt wissenschaftlich. Auch Effekte auf die Umwelt und die Gleichstellung der Geschlechter seien Gegenstand ihrer Forschung.

An dem Versuch beteiligen sich Unternehmen aus 30 verschiedenen Branchen, darunter Banken, Unternehmen aus der Pflegebranche und sogar Animationsstudios. Seit der Corona-Pandemie wird im Vereinigten Königreich verstärkt über die Vier-Tage-Woche diskutiert. Traditionell ist die Arbeitszeit in Großbritannien im europäischen Vergleich sehr hoch.

Viele Deutsche wünschen sich die Vier-Tage-Woche

Auch in Deutschland genießt die Idee einer Vier-Tage-Woche große Beliebtheit. In Deutschland würden sich laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv 59 Prozent der Erwerbstätigen selbst bei gleicher Arbeitszeit für eine Vier-Tage-Woche entscheiden. Dieses Modell existiert seit einigen Monaten in Belgien. 31 Prozent wäre es demnach lieber, ihre jetzige Wochenarbeitszeit an fünf Tagen zu leisten.

Organisiert wird der aktuelle Modellversuch in Großbritannien vom Think Tank Autonomy, der Organisation 4 Day Week Global und der 4 Day Week Campaign.