Berlin - Nach ergebnislosen Verhandlungen über gleiche Arbeitsbedingungen in Ost und West holt sich die IG Metall politische Unterstützung im Berliner Senat. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller will auf einer Kundgebung am Montag der Forderung Nachdruck verleihen. „Über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung müssen die Kolleginnen und Kollegen im Ostteil unserer Stadt und in ganz Ostdeutschland Woche für Woche drei Stunden länger arbeiten als im Westen. Das ist ungerecht!“, kritisierte der SPD-Politiker am Freitag. Es sei richtig, dass die IG Metall das ändern wolle. „Für ganz Deutschland muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“

Die Verhandlungen mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) waren am Donnerstagabend ohne Ergebnis geblieben, wie auch am Montag die Runde mit den Arbeitgebern in Sachsen. Im gemeinsamen Gewerkschaftsbezirk der drei Länder waren für Freitag weitere Warnstreiks angekündigt.

IG Metall stellt in Berlin und Brandenburg weitergehende Forderungen

Bei den bundesweiten Tarifverhandlungen der Branche hatte es zwar Ende März einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen gegeben. In Berlin, Brandenburg und Sachsen stellt die IG Metall aber weitere Forderungen nach Angleichung der Arbeitsbedingungen an das Westniveau.

Die Arbeitgeber lehnten am Donnerstag weitere Zugeständnisse ab. Die Lage der Unternehmen sei extrem unsicher und es gebe keinen weiteren Spielraum, teilte VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko mit. „Der faire und ausgewogene Pilotabschluss aus Nordrhein-Westfalen liegt auf dem Tisch. Wir fordern die Gewerkschaft auf, die Übernahme auch in unserem Tarifgebiet mit uns zu vereinbaren.“

Einigung in NRW: Corona-Prämie und dauerhafte Sonderzahlungen

Die Einigung in NRW sieht neben einer Corona-Prämie von 500 Euro in diesem Jahr dauerhafte Sonderzahlungen ab 2022 vor, die in Betrieben mit Beschäftigungsproblemen für einen finanziellen Ausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit verwendet werden können.