Eine Aussage von CDU-Politiker Markus Kurze zur Zukunft der ARD sorgt weiter für Wirbel. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt hatte gesagt: „Wir unterstützen den Vorschlag von Staatsminister Rainer Robra, langfristig den Sender ‚Das Erste‘ als eigenständigen Kanal abzuschaffen.“ Man sei der Meinung, dass „im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft Minderheitenmeinungen stärker vorkommen als die Meinung der Mehrheit“. Kurze weiter: „Zum Beispiel sollten die Sender nicht nur diejenigen zu Wort kommen lassen, die immer noch mehr und mehr Klimaschutz wollen, sondern auch diejenigen, die das bezahlen müssen.“

Die Schließung des Ersten sei zwar eine langfristige Vision. „Wir wissen, dass wir das politisch derzeit nicht umsetzen können. Aber das ist unser Fernziel.“ Kurze weiter: „Als nationaler Sender bliebe das ZDF übrig.“ Die CDU-Fraktion teilte wenig später mit, dass auf ihrer Klausurtagung nicht beschlossen worden sei, das ARD-Hauptprogramm abzuschalten. Von einer „jetzigen Abschaltung des Ersten“ sei niemals die Rede gewesen, sie sei auch nicht beschlossen worden. „Kern des Vorschlages war es, dass das Erste als Schaufenster der Regionen und das ZDF als bundesweiter Sender dient.“

Der Vorschlag des CDU-Politikers sorgte unter anderem bei den Grünen für Empärung. Deren politischer Bundesgeschäftsführer Michael Kellner schrieb dazu auf Twitter: „Die CDU Sachsen-Anhalt dreht wieder mal rechts frei, ein intakter öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie“. Daraufhin ruderte Kurze ein Stück weit zurück. Am Dienstag sagte er der dpa, er hätte sich wohl „besser ausdrücken sollen“.

„Abschaffen“ sei nicht zutreffend. Kurze: „Umwandeln ist richtig“, sagte der CDU-Politiker. Das Erste soll nach seinen Vorstellungen stärker zu einem „Schaufenster der Regionen“ entwickelt werden, in dem Produktionen der einzelnen Rundfunkanstalten mehr Sendezeit bekommen.