Berlin - Die Diskussion um den ungeimpften Fußballspieler Joshua Kimmich erreicht einen neuen Höhepunkt. Ulrich Deppendorf, der frühere Chefredakteur und Leiter des ARD Hauptstadtstudios Berlin, will Kimmich vom Spielfeld verbannen, wenn er sich weiterhin nicht gegen Corona impfen lässt. Das fordert Deppendorf auf seinem Twitter-Kanal. Wörtlich schreibt Deppendorf: „Warum spielt der ungeimpfte Joshua Kimmich eigentlich noch in der Mannschaft von Bayern München? Bis zur Impfung sollte er nicht mehr aufgestellt werden.“

Dabei geht es dem Journalisten um die Vorbildfunktion des Fußballprofis. In diesem Zusammenhang geht Deppendorf auch die Verantwortlichen des FC Bayern an und kritisiert deren aktuelles Verhalten in der Diskussion um Joshua Kimmich. Deppendorf schreibt weiter: „Was ist den Bayern-Verantwortlichen wichtiger, Vorbild oder Profit? Eher wohl letzteres.“

Der Tweet des ehemaligen WDR-Fernsehdirektors wird nun heftig diskutiert. So heißt es von einem User: „Sie sollten das löschen. Ich weiß nicht, was Sie geritten hat, solch einen totalitär-kollektivistischen Ton in die Debatte zu bringen. Das entspricht in keinster Form irgendeiner Rechtslage und zeugt von einem verachtenswerten Menschenbild.“ In weiteren Kommentaren wird Deppendorf vorgeworfen, mit seinem Tweet ein Berufsverbot für Ungeimpfte zu fordern. Hierzu heißt es aber auch von einem User: „Hier wird nur gesagt, er soll nicht mehr spielen und immerhin ist es doch jedem überlassen, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen oder eben nicht.“

Kimmich hatte kürzlich erklärt, er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“. Deshalb sei er noch nicht geimpft. Er finde es aber schade, dass es in der Auseinandersetzung mit der Thematik „nur noch geimpft oder nicht geimpft“ gebe. Bei Sky sagte er weiter: „Und nicht geimpft bedeutet dann oftmals gleich, dass man Corona-Leugner oder Impfgegner ist. Aber ich glaube, es gibt auch ein paar andere Menschen zu Hause, die einfach ein paar Bedenken haben, was auch immer die für Gründe haben. Und ich finde, auch das sollte man respektieren. Vor allem, so lange man sich an die Maßnahmen hält“, sagte Kimmich.