Das argentinische Parlament, (zu sehen ist Protest gegen eine geplante Justizreform).
Foto: dpa/Fernando Gens

Buenos AiresEin Abgeordneter des argentinischen Parlaments ist nach einem Zwischenfall in einer Videoschalte von mindestens fünf weiteren Sitzungen ausgeschlossen worden. Er war in der wegen der Corona-Pandemie virtuell abgehaltenen Sitzung dabei zu sehen, wie er die Brüste einer Frau küsst. Er habe nicht gewusst, dass er online gewesen sei, so der Abgeordnete.

Die Sitzung wurde wegen des Vorfalls vom Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Sergio Massa, abgebrochen. Während der Videoschalten in der Corona-Krise seien zwar bereits Szenen zu sehen gewesen, in denen Abgeordnete eingeschlafen seien oder sich vor den Blicken ihrer Kollegen abgeschirmt hätten, sagte er. Aber der jetzige Vorfall habe „wirklich die Grenzen dieses Hauses überschritten“, so Massa.

Der betroffene Parlamentariern sagte, er bereue den Vorfall und habe geglaubt, es habe einen der in seiner Region häufigen Internet-Ausfälle gegeben. Er berichtete auch, seine Partnerin habe erst vor zehn Tagen Brustimplantate eingesetzt bekommen.

Bei der fünftägigen Suspendierung des Parlamentariers soll es nicht bleiben. Das Abgeordnetenhaus will innerhalb dieses Zeitraums darüber entscheiden, welche weitere Strafe gegen ihn verhängt wird.