Aserbaidschanischer Panzer bei Gefechten im Südkaukasus (Archivbild).
Foto: dpa/picture alliance/AA/Azerbaijani Defence Ministry/Handout

Baku/EriwanNach Bombenangriffen der aserbaidschanischen Armee auf die Unruheregion Berg-Karabach hat Armenien das Kriegsrecht verhängt und die Generalmobilmachung verkündet. Regierungschef Nikol Paschinjan rief seine Landsleute am Sonntag in einem Facebook-Eintrag auf, sich für die Verteidigung des „heiligen Vaterlandes“ bereitzuhalten. „Das Kriegsrecht und die Generalmobilmachung sind in Armenien angeordnet. Ich rufe das gesamte Personal auf, sich bei den Militärkommissariaten zu melden“, erklärte Paschinjan weiter.

Nach Angaben der pro-armenischen Regionalregierung hatte die aserbaidschanische Armee am frühen Sonntagmorgen Ziele in Berg-Karabach bombardiert, darunter auch die Hauptstadt Stepanakert. Dabei seien mehrere Zivilisten getötet worden.

Grafik: BLZ/Sabine Hecher

Das armenische Verteidigungsministerium, das die Rebellen unterstützt, meldete den Abschuss zweier aserbaidschanischer Militärhubschrauber sowie von drei Drohnen. Baku dementierte dies und betonte, es handele sich bei den Gefechten um eine Gegenoffensive an der Frontlinie. Armenien habe die Kämpfe provoziert. Russland forderte beide Seiten zu einer sofortigen Waffenruhe auf.

Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Baku hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Seit 1994 gilt in der Region eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wurde. Im Juli kam es an der Grenze zwischen den verfeindeten Republiken zu schweren Gefechten; die Kämpfe lagen jedoch Hunderte Kilometer nördlich von Berg-Karabach. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, die dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat.