Potsdam -  Während andere Bundesländer noch diskutieren, wagt Brandenburg den Alleingang und zieht bestimmte Berufsgruppen beim Impfen gegen das Coronavirus vor. In Brandenburg können sich bis kommenden Freitag auch Feuerwehrleute, Polizisten und Mitarbeiter von Ordnungsämtern mit dem Astrazeneca-Vakzin impfen lassen. Eigentlich sind momentan noch die über 80-Jährigen und medizinisches Personal an der Reihe. Doch weil der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca übrig ist, kommen sie jetzt früher dran – bis zum 26. Februar.

Dies geht aus einem Bericht des RBB hervor. Der RBB bezieht sich auf ein Schreiben von Gesundheits-Staatsekretär Michael Ranft an Landräte und Oberbürgermeister. Demnach richte sich das Angebot an „Personen, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in sozialen kommunalen Einrichtungen tätig sind.“

Ranft freue sich, dass er nunmehr einem Teil der Angestellten kurzfristig ein zunächst bis zum 26. Februar befristetes Impfangebot unterbreiten könne, heißt es in dem Brief. In Brandenburg sind laut RBB bereits rund 500 Polizisten mit dem Astranzeneca-Vakzin geimpft worden. Der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, teilte mit, dass unter zehn Prozent der Geimpften Nebenwirkungen wie leichte Übelkeit, Fieber oder Schüttelfrost verspürt hätten.

Der Astrazeneca-Impfstoff ist das am wenigsten verimpfte Vakzin gegen das Coronavirus. Viele Menschen sind skeptisch, da die Ständige Impfkommission (Stiko) den Impfstoff prinzipiell nur für unter 65-Jährige empfohlen hat. Darüber hinaus haben Forscher festgestellt, dass dieser Impfstoff weniger wirksam ist als die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer.