London - Das schwedisch-britische Pharmaunternehmen Astrazeneca hat eine gute, auch vorbeugende Wirksamkeit seines Corona-Medikaments bekannt gegeben. Eine einmalige intramuskuläre Dosis von 300 Milligramm des Mittels AZD7442 habe das Risiko, im Falle einer Corona-Infizierung Symptome zu entwickeln, um 83 Prozent reduziert, erklärte das Unternehmen am Donnerstag unter Verweis auf eine sechsmonatige Studie. Über 75 Prozent der Probanden hatten demnach Vorerkrankungen und dennoch gab es keine schweren Krankheitsverläufe.

In einer anderen Studie sei die Wirkung des Medikaments bei Patienten getestet worden, die bereits „leichte bis moderate“ Corona-Symptome zeigten, erklärte Astrazeneca weiter. Hier reduzierte die intramuskuläre Verabreichung einer Dosis von 600 Milligramm demnach das Risiko eines schweren oder tödlichen Verlaufs der Krankheit um 88 Prozent.

Er sei zuversichtlich, dass dieses Mittel Risikopatienten „den lang anhaltenden Schutz bieten kann, den sie dringend benötigen, um endlich wieder in ihren Alltag zurückzukehren“, insbesondere wenn Impfungen bei ihnen nicht ausreichend wirkten, sagte Hugh Montgomery, Professor für Intensivmedizin am University College London. Der Schutz habe zudem auch gegenüber der Delta-Variante des Coronavirus Bestand gehabt.

Corona: Prüfung mehrerer Antiköper-Mittel läuft

Das auch als Evusheld bekannte Medikament basiert auf monoklonalen Antikörpern – künstlich hergestellten Antikörpern, die an bestimmte Oberflächenstrukturen des Coronavirus andocken können. Monoklonale Antikörper funktionieren somit anders als Impfungen, die den Körper dazu bringen, eine eigene Immunantwort gegen Krankheitserreger zu produzieren. Vielmehr sollen sie vorhandene Schwächen im Immunsystem ausgleichen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bereits mit der Prüfung des Medikaments begonnen und Astrazeneca hat auch in den USA eine Zulassung für AZD7442 beantragt.

Mehrere Pharmahersteller arbeiten derzeit an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19. Das Antikörpermedikament Ronapreve von Roche und Regeneroner und die Antikörpertherapie von Celltrion hatten vergangene Woche als erste derartige Behandlungen eine EU-Zulassung erhalten. Auch die US-Firmen Merck & Co. und Pfizer forschen in diese Richtung.