London - Beim Hersteller Astrazeneca gibt es Verzögerungen bei der Auslieferung seines Corona-Impfstoffs. Das teilte das Unternehmen EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zufolge mit. Zuvor hatte eine Sprecherin von Astrazeneca gesagt, eine Verzögerung der Lieferungen werde nicht erwartet. Sollte der britisch-schwedische Konzern die Zulassung von der EU erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte die Sprecherin außerdem. Grund seien geringere Erträge an einem Produktionsstandort „innerhalb unserer europäischen Lieferkette“. 

Trotz der Lieferschwierigkeiten zeigte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den ARD-„Tagesthemen“ zuversichtlich, dass im Februar viele Menschen mit dem Stoff geimpft werden können. Er erwarte die Zulassung des Impfstoffs in einer Woche, und es werde „dann auch im Februar Lieferungen geben von Astrazeneca, und zwar in einer Größenordnung, da bin ich weiterhin zuversichtlich, die schon im Februar einen Unterschied machen wird im Vergleich zu, wenn wir Astrazeneca nicht hätten“. 

Neue Erkenntnisse aus Großbritannien, wonach die Virus-Mutation nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher sein könnte, werde man „auswerten und schauen, welche Schlüsse wir daraus ziehen“, so Spahn. Nach Angaben aus EU-Kreisen hatte Astrazeneca gegenüber EU-Staaten bereits vor möglichen Lieferproblemen gewarnt. Zuvor hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Der Hersteller entwickelte den Impfstoff zusammen mit der britischen Universität Oxford. Er wird in Großbritannien bereits genutzt.

Die Bild-Zeitung berichtete, der Impfstoff müsse nach den Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffmengen könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen auf die Produktion nach einem Brand in einem Werk in Indien noch nicht klar.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte dazu auf Anfrage: „Wir gehen weiter davon aus, dass der Impfstoff von Astrazeneca Ende kommender Woche für die EU zugelassen wird. Die EU hat viel in die Vorproduktion dieses Impfstoffes investiert. Nach der Zulassung wird klar, wie viel Impfstoff wann zusätzlich für Deutschland zur Verfügung steht.“