Nach rund sechs Monaten im All soll der deutsche Astronaut Matthias Maurer diese Woche den Rückflug von seinem Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS zur Erde antreten. An Bord einer Dragon-Kapsel des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX soll die vierköpfige Crew-3 laut neuesten Planungen am Donnerstag abdocken, bestätigt ist dies aber noch nicht. Um eine sichere Bergung der Astronauten nach der sogenannten Wasserung auf der Erde zu ermöglichen, könnte das Abdocken bei schlechten Wetterbedingungen weiter verschoben werden.

Maurer brach im November vergangenen Jahres als Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur ISS auf. Gemeinsam mit den Nasa-Astronauten Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron forschte er in Bereichen von Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz und erprobte dabei neue Technologien. In 400 Kilometern Höhe experimentierte Maurer etwa mit Wasser in der Schwerelosigkeit, neuartigen Betonmischungen für nachhaltiges Bauen auf der Erde und aus Hautzellen hergestellten Biopflastern.

Als eines der „herausragendsten Erlebnisse meines Lebens“ bezeichnete Maurer rückblickend einen kräftezehrenden Außeneinsatz, den er mit seinem Kommandanten und Nasa-Kollegen Chari absolvierte. Mehr als sechs Stunden lang führten die beiden etwa Reparaturen am Kühlsystem der Station aus und ersetzten eine Außenkamera.

Matthias Maurer: „Das Beste kommt zum Schluss“

Bei dem Einsatz hatte der Saarländer mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, weil seine Helmkamera und sein Helmlicht wackelten. Unter Anleitung des Nasa-Teams auf der Erde konnte beides befestigt und der Einsatz ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt werden. Auf den Weltraumspaziergang hatte sich Maurer in 150 Trainingsstunden unter Wasser vorbereitet, um die Arbeit unter Weltraumbedingungen zu simulieren.

In Online-Netzwerken teilte Maurer während seines Einsatzes regelmäßig Videos oder Fotos aus der Raumstation, mit denen er seine Experimente und seinen Alltag als Astronaut dokumentierte. Unter anderem zeigte er darin, wie seine abendliche Routine vor dem Zubettgehen aussah und welche Herausforderungen es mit sich brachte, sich in der Schwerelosigkeit die Zähne zu putzen.

An Ostern gelang es dem gebürtigen Saarländer, seine Heimat von oben abzulichten. Im Onlinedienst Twitter veröffentlichte er vier Fotos, auf denen die Landeshauptstadt Saarbrücken, das Sankt Wendeler Land, der Bostalsee und die Saarschleife zu erkennen waren. „Das Beste kommt zum Schluss“, schrieb er dazu.

Nach Angaben der ESA war Maurer der 600. Mensch im All. Wegen der kommerziellen Angebote des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX nahm die Zahl der Flüge ins All zuletzt deutlich zu. Der erste vollständig privat organisierte Flug zur Weltraumstation ISS fand Anfang April statt.