Berlin - Astronaut Matthias Maurer wird an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) so manches von der Erde fehlen. „Ein frisches knuspriges Brötchen“ zum Beispiel werde er vermissen, sagte der 51-Jährige der dpa. Denn knuspriges Essen werde es auf der Station nicht geben: Herumschwebende Krümel könnten, wenn man sie aus Versehen einatme oder ins Auge bekomme, im schlimmsten Fall ein medizinisches Problem werden. Daher müsse das Essen „mehr klebrig bzw. pampig sein“, sagte Maurer.

Und was noch? „Ganz sicher werde ich die frische Luft vermissen“, sagte er weiter. „Ich liebe die Natur, die Gerüche im Wald, wenn einem am Meer der Wind um die Nase weht, Regentropfen auf der Haut, die vielen verschiedenen Farben – vor allem im Herbst.“

Maurer nimmt auch Rötelstein aus seiner Heimat mit

Maurer, der aus der saarländischen Gemeinde Oberthal stammt, wird voraussichtlich am 30. Oktober zur Internationalen Raumstation (ISS) abheben. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Saarländer nach seinem Start vom Kennedy Space Center in Florida der zwölfte Deutsche im All sein – und der vierte Deutsche auf der ISS.

Neben Fotos von Familie und Freunden nimmt Maurer auch einen Rötelstein mit. Das ist ein roter Stein aus seiner Heimat, dem Oberthaler Ortsteil Gronig. Diese Steine habe man früher zum Malen und Zeichnen verwendet – und die Oberthaler seien damit als „Rötelkrämer“ bis ans Mittelmeer gereist, um Handel zu treiben. „Es ist ein schöner Gedanke, einen solchen Rötelstein mit ins All zu nehmen“, sagte der Astronaut. Er stehe für ihn für den „Austausch mit anderen Ländern und Kulturen“, der „Wissensaustausch garantiert“.

„Und genau das machen wir auch heute: Wir fliegen zur ISS als Teil eines internationalen Teams, und der Rötelstein soll ein Zeichen dafür sein, was man erreichen kann, wenn man gemeinsam etwas Großes angeht“, meinte Maurer. Der Stein werde nach seiner Mission zurück in der Heimat „dort hoffentlich einen guten Platz finden“. Seine Heimatgemeinde fiebert dem Start schon entgegen. Geplant sei vor Ort eine „Take-Off-Veranstaltung“, um Maurer zu begleiten, sagt der Bürgermeister des 4000-Einwohner-Ortes, Stephan Rausch. „Die Spannung steigt. Wir sind sehr stolz.“