Tübinger und Potsdamer Astronomen haben eine seltene „Sternhochzeit“ entdeckt. Hinter einem Sternentyp mit ungewöhnlichen Eigenschaften vermutet das Forschungsteam eine Art Verschmelzung, teilte die Universität Tübingen am Montag mit.

Die Astronomen hatten den Angaben zufolge „heiße Sterne“ gesucht, um die Endphasen der Sternentwicklung besser zu verstehen. Dabei stieß das Team auf Sterne mit ungewöhnlichen Eigenschaften: Während normale Sternoberflächen aus Wasserstoff und Helium bestehen, sind die Sterne, die unter Leitung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen gefunden wurden, mit Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt. Diese beiden Elemente sind die Asche einer Helium-Kernfusion. Das ist üblicherweise so, wenn Sterne kurz vor ihrem Endstadium stehen und zum Weißen Zwerg werden.

Im Inneren der Sterne fusionieren weiterhin Heliumkerne

Temperaturen und Durchmesser der beobachteten Sterne zeigten jedoch an, dass in ihrem Inneren weiterhin Heliumkerne fusionieren, was gegen ein Endstadium spricht.

Nicole Reindl von der Universität Potsdam erklärte, das Team nehme nun an, „dass in Doppelsternsystemen mit sehr spezifischen Sternmassen ein Weißer Zwerg mit einem Kohlenstoff-Sauerstoffkern durch Gezeitenkräfte zerrissen werden kann“. Sein Material werde dann auf der Oberfläche des zweiten Sterns aus dem Doppel abgeladen und führe so zur Entstehung dieser exotischen Sterne. Zur vollständigen Erklärung des vorgefundenen Phänomens brauche es allerdings noch genauere Entwicklungsmodelle. Die bisherigen Ergebnisse wurden in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society publiziert.