Attila Hildmann wird am Sonnabendnachmittag abgeführt. 
Foto: Eric Richard

BerlinDer Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann ist am Sonnabend bei einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen erneut festgenommen worden. Das wurde vor Ort von der  Polizei bestätigt.

Angemeldet war die Demonstration, die am Mittag am Adenauerplatz startete, unter dem Titel „Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte“. Vom Anmelder angekündigt waren laut Polizei 20.000 Teilnehmer. Gekommen waren nur mehrere tausend Menschen. Ziel war am Nachmittag der Große Stern, wo Hildmann schließlich abgeführt wurde. Die Demo wurde um 15 Uhr vom Veranstalter beendet. Die Teilnehmer entsorgten demonstrativ ihre Masken in Mülltonnen.

Hildmann sei nicht in Polizeigewahrsam gekommen, bestätigte ein Sprecher am Samstagabend. Er ist also wieder auf freiem Fuß.

Die Teilnehmer des Marsches hielten zum Start ihres Marsches Abstand zueinander und trugen größtenteils Mund-Nasen-Schutz, als sie den Kurfürstendamm entlangliefen. Es gab zunächst keine politischen Bekundungen. Teilnehmer waren im Online-Aufruf zur Demo dazu angehalten worden, Schilder, Banner, Fahnen und Kleidung mit Parolen und Symbolen zu Hause zu lassen. Im ersten Block wolle man „möglichst ausschließlich Frauen laufen lassen“, hieß es.

„Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen, welche fernab von allen politischen Ausrichtungen, Ethnien oder Einkommensverhältnissen, mit der Politisierung des Coronavirus und der daraus erfolgten Einschränkung unserer Menschenrechte nicht einverstanden sind“, hieß es im Aufruf. Dieser wurde zum Beispiel auch im Telegram-Kanal Attila Hildmanns geteilt, der sich selbst als „ultrarechts“ und einen Verschwörungsprediger bezeichnet. 

Demo-Teilnehmer sprechen von „permanenten Angstkampagnen“

Die Teilnehmer an der Spitze des Zuges trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Wir müssen reden!“ Nach Angaben auf der Website des Marsches wird Gesprächsbedarf zum Beispiel in Hinblick darauf gesehen, „dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird – ohne Impfstoff!“ Es reiche mit „permanenten Angstkampagnen“.

Die Masken wurden nach der Veranstaltung demonstrativ in beklebten Mülltonnen entsorgt.
Foto Eric Richard

Seit dem Frühjahr hatte es mehrfach sogenannte Hygienedemonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Berlin gegeben. Bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte eine Demo mit Zehntausenden Teilnehmern Ende August. Darunter waren auch größere Gruppen von Reichsbürgern, zudem auch einige kleinere Gruppen von deutlich erkennbaren Rechtsextremisten und Neonazis. 300 bis 400 Demonstranten überwanden damals Absperrgitter am Reichstagsgebäude.