Aue - Nach einem rassistischen Angriff auf einen 20-jährigen Somalier in Bad Schlema (Erzgebirgskreis) wird auch gegen einen Polizisten ermittelt. Das Opfer wurden von acht Personen angegriffen und verletzt. Der 39-Jährige soll an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein, wie die Polizeidirektion Zwickau, wo der Mann arbeitet, am Dienstag mitteilte. Gegen ihn sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. „In den Reihen der Polizei Sachsen haben Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nichts zu suchen“, betonte Polizeipräsident Lutz Rodig.

Nach früheren Angaben der Polizeidirektion Chemnitz hatten am Samstagabend acht Männer im Alter zwischen 37 und 49 Jahren den jungen Somalier in einem Linienbus zunächst „ausländerfeindlich“ beleidigt. Dann hätten mindestens zwei von ihnen den Mann zu Boden gestoßen und auf ihn eingetreten. Der 20-Jährige wurde leicht verletzt. Der Busfahrer hatte schließlich die Polizei alarmiert. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Polizei prüft, ob der Beamte sich strafbar gemacht hat

Der offenbar beteiligte Polizist sei an dem Abend privat unterwegs gewesen, hieß es nun vonseiten der Polizei in Zwickau. Auf Videoaufnahmen aus dem Bus sei „ein aktiver Beitrag des Beamten an der gefährlichen Körperverletzung nicht ersichtlich“, teilte die Polizei mit. „Zu sehen ist aber auch, dass der Polizeibeamte den körperlichen Angriff nicht unterbunden hat und dem 20-Jährigen, der leicht verletzt wurde, auch nicht zu Hilfe kam.“ Es müsse nun geprüft werden, ob sich der Beamte strafbar gemacht hat.

Die Attacke in Sachsen sorgt inzwischen auch in Berlin für Empörung. Die Berliner Politikerin Sawsan Chebli (SPD) kritisierte, dass über den Fall nicht ausreichend berichtet werde. Auf Twitter wird die Tatsache, dass ein Polizist anwesend war und nicht einschritt, scharf verurteilt.