Berlin - Nach einem Überfall auf einen Spätkauf in Berlin-Moabit, bei dem der Inhaber mit einem Messer attackiert und erheblich verletzt wurde, hat der mutmaßliche Räuber gestanden. Mit dem Messer habe er seiner Forderung nach Geld Nachdruck verleihen, den Mann aber nicht verletzten wollen, erklärte der 22-Jährige zu Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. Er bitte um Entschuldigung.

Der 22-Jährige soll laut Anklage am Nachmittag des 4. Mai dieses Jahres mit einem Küchenmesser bewaffnet einen Spätkauf betreten haben. Er habe sich unvermittelt hinter den Kassenbereich begeben und auf den Ladeninhaber eingestochen. Der damals 49-Jährige sei am Hals und am Oberkörper getroffen worden. Als der verletzte Mann aus dem Spätkauf geflüchtet war, habe der mutmaßliche Täter 390 Euro aus der Kasse geraubt, heißt es weiter in der Anklage.

22-jährige Täter: Ich hatte kein Geld 

Der 22-Jährige erklärte, er habe damals „mehr oder weniger auf der Straße gelebt“. Weil er ohne Geld gewesen sei, habe er den Überfall begangen. Eine „nicht geplante Eskalation“ habe zum Einsatz des Messers geführt.

Der Angeklagte war kurz nach dem Raub in Tatortnähe festgenommen worden. Beamte hätten ein Messer und die Beute bei ihm gefunden, teilte die Polizei damals mit. Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger hatten vor der Aussage des Angeklagten eine Verständigung erzielt. Im Fall eines Geständnisses wurde dem 22-Jährigen eine Strafe von sechs bis sieben Jahren Haft zugesichert. Der Prozess wegen schweren Raubes wird am 13. Oktober fortgesetzt.