BerlinEin junger Mann hat im Bezirk Mitte eine junge Mutter und deren Säugling attackiert. Wie die Polizei mitteilte, hatte der 21-Jährige am Dienstagnachmittag auf der Brückenstraße zunächst einen Polizisten nach der Uhrzeit gefragt. Sein Verhalten erschien dem Beamten ungewöhnlich, sodass er ihm noch einen Moment nachschaute, erklärte ein Polizeisprecher. Kurz darauf näherte sich der Mann einer Frau und griff sie an.

Nach Angaben der Polizei hat er die 29-jährige Mutter unvermittelt zur Seite gestoßen und sich dann den Kinderwagen gegriffen, in dem ihre knapp fünf Monate alte Tochter lag. „Das alles passierte ohne erkennbaren Auslöser“, sagte der Polizeisprecher. Der Mann habe den Wagen vom Gehweg herunter auf die Fahrradspur geschoben und sei weiter in Richtung Fahrbahn gegangen. Ein Autofahrer musste stark abbremsen und ausweichen.

Ein Zeuge half dem Polizisten, den Angreifer zu überwältigen

Der Polizist habe schnell reagiert und den 21-Jährigen von dem Kinderwagen getrennt. Anschließend habe der Beamte den Mann überwältigt, wobei er von einem 46-jährigen Passanten unterstützt worden sei. Der Helfer musste, wie es heißt, zudem weitere Zeugen beruhigen, da diese sich über die Festnahme beschwert hätten. „Währenddessen konnte die junge Mutter den Kinderwagen wieder ergreifen und verhindern, dass dieser noch weiter auf die Fahrbahn rollt“, so der Sprecher.

Nachdem weitere Einsatzkräfte dazugekommen waren, wurde der festgenommene Tatverdächtige in ein Polizeigewahrsam gebracht. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei der Polizeidirektion 5 übernommen. Der 21-Jährige muss sich nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung verantworten. Mutter und Tochter blieben unverletzt. 

Täter und Opfer kennen sich nicht

„Der Mann steht nach unseren Informationen in keinem Beziehungsverhältnis zur Mutter und ihrem Kind. Die Beteiligten kennen sich nicht einmal“, erklärte der Polizeisprecher. Nach bisherigen Erkenntnissen sei davon auszugehen, dass der 21-Jährige psychisch auffällig ist.

Dennoch wird gegen den Verdächtigen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Ein Haftrichter soll am Mittwoch über einen Haftbefehl oder einen Unterbringungsbeschluss in einer psychiatrischen Einrichtung entscheiden.