BerlinDie Intensivbetten füllen sich allmählich mit immer mehr Patienten, die nach einer Coronainfektion einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKR) teilte am Donnerstag mit, dass sie alle verfügbaren examinierten Pflegefachkräfte zur Unterstützung aufruft.  

Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG, sagt: „Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, das Personal in den Krankenhäusern zu verstärken. Doch neben den enormen Anstrengungen, die die Beschäftigten in den Kliniken heute schon erbringen, brauchen wir Hilfe von außen. Wir haben zahlreiche examinierte Pflegekräfte in der Stadt. An sie wenden wir uns mit der Bitte, die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern zu unterstützen. Bieten Sie bitte Ihre Hilfe per E-Mail bei den Personalabteilungen der Krankenhäuser an und übermitteln Sie alle wesentlichen Daten – Name, Geburtsdatum, Anschrift, Qualifikation und Berufserfahrung.“

Die Charité-Pflegedirektorin Judith Heepe hat jetzt einen Aufruf gestartet, um sämtliche Pflegekräfte schnell zu gewinnen, die Covid-19-Patienten versorgen wollen.

„Es zeichnet sich in der zweiten Welle ab, dass die Situation deutlich ernster ist. Wir haben bereits jetzt deutlich mehr Patienten und täglich kommen neue hinzu“, sagte sie dem Sender Radio1.

Die eh schon dünne Personaldecke reiche nicht mehr aus. Es brauche einen Zuwachs von bis zu 150 Pflegenden, so Judith Heepe weiter. Es hätten sich  schon Medizinstudenten und ehemalige Pflegehelfer und ehemalige Pflegekräfte bei der Charité gemeldet. „Es geht jetzt um eine Hilfeleistung für ganz Berlin“, erklärte sie. Die nächsten ein bis zwei Monate würden eine schwierige Zeit für die Hauptstadt werden. Wenn kein Personal hinzukomme, könnte man die Intensivbetten nicht mehr bedienen, so die Charité-Pflegedirektorin.  

Heepe berichtete in dem Interview von einer Balletttänzerin, die derzeit nicht auftreten könne, aber ausgebildete Pflegekraft sei. Sie arbeite auf einer Covid-Station.