Aufstand der Wirte: „Kein Katar in meiner Kneipe“

Der Kneipen-Besitzer Daniel Voller wird keine WM-Spiele zeigen. Er sagt: „Wir würden uns selber für Heuchler halten, wenn wir mit einer Übertragung Umsatz generieren“.

Daniel Vollmer.
Daniel Vollmer.WDR

In Deutschland formiert sich Widerstand gegen die kommende Fußball-Weltmeisterschaft. Daniel Vollmer, Wirt der Düsseldorfer Kneipe Retematäng, hat jetzt angekündigt, dass er keine Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar zeigen wird. Er protestiert damit auch gegen die Arbeitsbedingungen in dem arabischen Land. Vollmer: „Wir würden uns selbst für Heuchler halten, wenn wir das Turnier scharf verurteilen, durch eine Übertragung aber Umsatz generieren.“ 

Sein Team und er seien zwar „leidenschaftliche Fußballfans! Uns blutet das Herz. Aber das geht halt einfach nicht“, sagt Vollmer. Zuvor habe es „intensive Gesprächen innerhalb unserer Crew“ gegeben. Vollmer teilt auf seiner Facebook-Seite weiter mit: „Die Gründe für die Abneigung der WM in Katar dürften ja allgemein bekannt sein und diese möchten wir hier jetzt gar nicht aufzählen (würde wahrscheinlich auch zu lange dauern ). Wir hoffen Ihr akzeptiert unsere Entscheidung und/ oder im besten Fall unterstützt Ihr diese sogar. Es würde uns natürlich auch freuen, wenn so viele Gastronom*innen sich uns anschließen würden“.

Vollmer schreibt weiter, dass er seinen Gästen womöglich eine Alternative anbieten wird: „Wir haben noch keinen genauen Plan, aber vielleicht zeigen wir anstatt den Deutschland Spielen alte Fortuna Klassiker und/ oder legendäre Länderspiele. Könnte ja auch ganz witzig werden, wenn die Gäste der Retematäng Bar in den „den falschen Momenten“ jubeln!“

In jeden Fall hofft der Wirt, dass ihm seine Kunden treu bleiben: „Wir freuen uns auf Euren Besuch, Eure Retematäng Bar Crew.“ Er hofft zudem auf Solidarität. Vollmer weiter: „Ihr dürft unserer Entscheidung unter dem Hashtag KeinKatarinmeinerKneipe oder KKimK natürlich gerne teilen in der Hoffnung, dass sich uns so viele wie möglich anschließen werden um einfach mal ein Zeichen zu setzen! Dicken Dank und fröhliche Grüße aus der Düsseldorfer Altstadt!“