Berlin -  Beim US-Spieleentwickler Activision Blizzard hatten Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfe im August für Furore gesorgt. Der Skandal hatte weitreichende Konsequenzen: Die Managerin Frances Townsend trat zurück, Mitarbeiter wurden entlassen – und auch an den Spielen selbst ist einiges verändert worden. Das wohl populärste Spiel aus dem Hause Activision Blizzard ist World of Warcraft (WoW): Ein Online-Multiplayer-Rollenspiel, das 2009 als beliebtestes Spiel seiner Art sogar einen Guinness-Weltrekord erreichte. 

Künftig können auch World of Warcraft-Spieler einige durch den Sexismus-Skandal ausgelöste Veränderungen beobachten: Wie die Onlinespiele-Plattform„ Mein Mmo“ berichtet, sollen zahlreiche Items, Erfolge und Nicht-Spieler-Charaktere (NPC) neue Namen tragen. Auch Ingame-Bilder wurden offenbar ausgetauscht, erotische Anspielungen getilgt.

Nicht alle Erotik-Bilder sind verschwunden

Unter anderem wurde ein Gemälde aus der WoW-Welt, auf dem eine leichtbekleidete Frau liegend auf einem Bett zu sehen ist – die Szenerie erinnert an einen Harem – vollständig ersetzt. Zu sehen ist stattdessen ein Obstteller. Eine Erklärung für die Zensierungen seitens des Unternehmens soll es nicht gegeben haben. Die Vermutung, dass der Sexismus-Skandal bis in die Architektur der Spiele hinein Wellen schlägt, liegt nahe. Jedoch sind bei WoW offenbar nicht alle erotischen Bilder verschwunden oder getauscht worden, heißt es.

Dennoch habe Blizzard seinen Content schon seit geraumer Zeit optimiert, die Sprache sensibilisiert: Ein Dialog, in dem der WoW-Charakter „Sylvanas“ als „Bitch“ bezeichnet wurde, ist heute im Wortlaut verändert. Die WoW-Spieler selbst scheinen den Neuerungen nicht viel abgewinnen zu können. Im Subreddit von WoW, einem Online-Forum speziell für das Spiel, trendet derzeit ein Thread mit dem Titel: „Blizzard want to respect women so they turned them into fruit“.